Jüdisches Museum geht neue Wege

Jüdisches Museum schlägt neue Wege ein und öffnet sich.

Die anstehenden Umbauten sind für das Jüdische Museum Anlass, sich zu verändern, etwas Neues zu wagen und sich im wahrsten Sinne des Wortes zu öffnen. Eine Lichtinstallation des Künstlers Mischa Kuball, die bis Frühjahr 2019 zu sehen und zu erleben ist, ist dafür ein starkes Symbol. Die Zusammenarbeit mit dem Düsseldorfer Künstler und anderen wird die Institution auch in den öffentlichen Raum führen.

Architektur betont

Die „Voids“ im Libeskind-Bau stehen im Mittelpunkt der Lichtinstallation

Kuballs Installation wirkt beim ersten oberflächlichen Blick unspektakulär, doch das ändert sich beim genauen Hinsehen schnell, denn der Ort ist besonders. Dort, wo zwei Projektoren Lichtkeile in dreieckige Beton-Lichtschächte, so genannte „Voids“, werfen, befand sich vor nicht allzu langer Zeit noch das „Learning Center“, ein Teil des Libeskind-Baus, in dem die besondere Architektur besonders auffällig und beeindruckend ist, bis vor kurzem aber war sie hinter Verkleidungen verdeckt. Die rotierenden Lichtkegel in den „Voids“ und etwas Beleuchtung in den Zu- und Zwischenwegen betonen diese Architektur dezent. Im Hintergrund laufen 60-sekündige Klang- und Musikclips, welche die Eigenschaften des Raum betonen.

Mehr Gegenwart

Diese Öffnung eines Raums ist auch ein symbolischer Auftakt dessen, was das Museum mit seiner Zukunft vor hat. Die Installation sei ein Vorgeschmack darauf, so die neue Programmdirektorin Léontine Meijer-van Mensch. Geplant ist für 2018 außerdem eine Installation von James Turrell im Garten des Museums. Und – ganz wichtig: Das Museum will selbst mehr in die Öffentlichkeit gehen, Konzerte und Performances im öffentlichen Raum starten, sich mehr der Gegenwart stellen. Womit dann auch der Bogen zur Zukunft des Museums gespannt wird: Bekanntlich wird die Dauerausstellung für längere Zeit geschlossen und komplett neu gestaltet.

Die Richtung, in die es geht. ist klar: Es werde weniger um die Geschichte gehen, so die Programmdirektorin, sondern viel mehr um Gegenwart, um das, was im deutsch-jüdischen Jetzt passiere. Der Schwerpunkt werde stärker auf gesellschaftliche und politische Themen sowie Gegenwartskunst verlegt. Unter anderem soll in dem Raum, den Künstler Mischa Kuball derzeit mit seiner Installation inszeniert, eine Art „Prolog-Raum“ entstehen, der unter anderem mit Filmen auf die neue Ausstellung einstimmen soll.

Oliver Schlappat, Bilder: Ladislav Zajac/Archiv Mischa Kuball, Düsseldorf, Oliver Schlappat

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