Trump seit fast einem Jahr an der Macht

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Das sind die wirtschaftlichen Auswirkungen.

Geht man nach den Wirtschaftsdaten, so kann man sehr wohl sagen, dass Donald J. Trump ein sehr erfolgreicher Präsident ist. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück, die Börse feiert Rekorde. Es sieht fast so aus, als wäre Trump mit seiner „America first!“-Politik, das Motto des neuen amerikanischen Nationalismus, erfolgreicher als erwartet. Mitunter könnte „America first!“ positive Auswirkungen auf Europa haben.

Aufgrund der Tatsache, dass Trump gegen Freihandelsabkommen – wie etwa mit Asien – ist, können neue Freiräume entstehen, die Europa nutzen kann. Europas Politiker und Medien sollten also nicht ständig gegen die Politik des US-Präsidenten sein, sondern viele Entscheidungen nüchtern betrachten und die Folgen objektiv analysieren. Das sollten übrigens auch die Amerikaner – Trump hat nämlich, blickt man auf die ersten 365 Tage zurück, kaum ein Wahlkampfversprechen umsetzen können.

Hat Trumps Politik einen schlechten Einfluss auf die Weltwirtschaft?

Im Zuge einer Umfrage des „Ifo Instituts“ wurden Wirtschaftsexperten aus 120 Ländern befragt. Folgt man dem Ergebnis, so sind 73,9 Prozent der 929 befragten Wirtschaftsexperten der Ansicht, dass die Politik, die Trump seit rund einem Jahr verfolge, einen negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft hätte. Richtig schlechte Noten bekommt Trump in den Bereichen Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit.

Mexikanische und kanadische Wirtschaftsexperten sind zudem der Ansicht, Trump hätte einen extrem ungünstigen Einfluss auf die beiden Nachbarländer. Aber auch an den Märkten außerhalb der USA zeigt sich, dass Trumps politischer Kurs nicht wirklich überzeugend ist. Aktuell verhandeln die USA über das Freihandelsabkommen „Nafta“. Trump, der ein Gegner diverser Freihandelsabkommen ist, will hier „gravierende Änderungen“.

Ein Jahr Trump: „Obamacare“ existiert noch immer

Die Wirtschaft boomt – Trump kann die Amerikaner dennoch nicht überzeugen. Es gibt keine Umfrage, in der sich Trump über eine Zustimmung von über 40 Prozent freuen darf. Die Zahlen zeigen, dass es noch keinen Präsidenten in den USA gab, der im ersten Amtsjahr so unbeliebt war. Das liegt wohl auch an der Art und Weise, wie Trump regiert. Er hat – so die Politikexperten – jene Personen ignoriert, die ihn nicht wählten; Trump will nicht die Spaltung der Gesellschaft überbrücken, sondern würde seine Anhänger befeuern und jene im Stich lassen, die schon vor der Wahl gegen ihn waren.

Aber auch jene, die Trump gewählt haben, sind nicht ganz zufrieden. Schlussendlich konnte Trump noch kein Wahlversprechen umsetzen – und das, obwohl die Republikaner die Mehrheit im Kongress haben. Während Trump groß ankündigte, die Krankenversicherung „Obamacare“ sofort abschaffen zu wollen, gibt es dieses Modell noch immer – zweimal scheiterte man an der Uneinigkeit innerhalb der eigenen Fraktion.

Zumindest innenpolitisch verhält sich der Präsident so, wie sich das seine Wähler wohl vorgestellt haben – er mischt ordentlich auf, ist hart in der Sache und extrem stur. Natürlich muss man aber auch sagen, dass Trump sich das Leben nicht gerade schwer macht. Aus komplexen Prozessen hält er sich raus und gibt dem Kongress die Schuld, wenn etwas nicht umgesetzt werden kann. Dabei liegt Trump aber nicht zur Gänze falsch – der Kongress lähmt das Land nämlich schon seit Jahren.

Natürlich geht es auch um das „Obama-Erbe“, das Trump unbedingt zerstören will. Ob Iran-Atomabkommen, Schutzprogramm für Kinder illegaler Einwanderer, Pariser Klimaschutzabkommen – Trump agiert wie ein Alpha-Löwe, der den Nachwuchs des alten Löwen tötet. Doch Trump hat nicht nur einige Gesetze aus den beiden Obama-Amtszeiten aufgehoben – er hat auch das positive Image, das die USA unter Obama erhielt, binnen kürzester Zeit zerstört. Er führt das Land wie ein Immobilienlöwe. Die Welt interessiert Trump nur dann, wenn sie Jobs oder Geld bringt. Zudem kennt Trump nur eine einzige Gangart, wenn er angegriffen oder kritisiert wird – mit voller Kraft zurückschlagen. Das kann – auch im Hinblick auf Nordkorea – sehr wohl gefährlich werden.

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