Eintausend Berliner werden zu einem Chor

Die Berliner Philharmoniker suchen 1.000 sangesfreudige Frauen und Männer, Mädchen und Jungen aus Berlin für das Chorwerk „the public domain“.

Es ist ein aufregendes, musikalisches Experiment und 1.000 Berliner sind eingeladen, dabei zu sein: 1.000 Menschen aus allen sozialen und kulturellen Bereichen der Hauptstadt sprechen, singen, flüstern und rufen gemeinsam in der Philharmonie – und bringen damit die europäische Erstaufführung von David Langs Chorwerk „the public domain“ auf die Bühne im Hans-Scharoun-Bau.

Freier Wille

Der amerikanische Komponist hat das Internet durchforstet, um zu erfahren, welche Dinge es sind, „die wir alle gemeinsam haben, die wir miteinander teilen, die wir alle haben, die wir alle tun“, um daraus den Text für sein neues 40-minütiges Stück zu entwickeln. Die individuellen Statements reichen von Lieblingssandwiches über die Liebe zur Musik bis hin zum freien Willen — euphorisch, humorvoll, nachdenklich, anrührend und sehr menschlich! “the public domain“ ist nicht nur ein künstlerischer Moment der Begegnung und eine logistische Herausforderung, sondern gleichzeitig ein gemeinsamer Prozess. Die Berliner Philharmoniker und das Berliner Abendblatt rufen Chöre, Gruppen, Vereine und Menschen, die Lust am Singen haben, zur Teilnahme auf und gründen Projektchöre in ganz Berlin, um ein neues riesiges Wir zu schaffen, das es vorher nicht gegeben hat.

Menschen verschmelzen

Bei der Aufführung am 19. Mai, 15 Uhr, soll dieser Gedanken schließlich auf die Spitze getrieben werden: Unter der musikalischen Leitung von Simon Halsey und in der Inszenierung von Jasmina Hadziahmetovic werden Künstler und Publikum im Foyer und im Großen Saal der Philharmonie zu einer einzigen großen und singenden Menschenmasse verschmelzen.

THE PUBLIC DOMAIN

Singen ist die unmittelbarste und ursprünglichste musikalische Ausdrucksform

Egal ob Chor, Tanzclub, Kegelverein, Skatgruppe, Fußballverein oder Seniorengruppe, egal ob neugierige Noch-nicht-Sängerin oder begeisterter Duschtenor: Seien Sie dabei und machen Sie mit uns gemeinsam Musik – mit oder ohne Vorerfahrung. Die Proben beginnen ab Februar 2018, die Teilnahme ist kostenlos.

Für Einzelpersonen wird es sieben Projektchöre in Moabit, Hellersdorf, im Märkisches Viertel, in Spandau und Tiergarten/Schöneberg-Nord, in der Gropiusstadt und der Philharmonie geben. Die Anmeldung hat begonnen und geht für Chöre, Gruppen und Vereine bis 9. Januar 2018. Detaillierte Informationen zur Teilnahme und Kontaktformulare finden Interessierte unter www.public-domain-berlin.de

Lebensräume schaffen

Für Dirigent und Chorleiter Simon Halsey ist die Arbeit an „the public domain“ nicht das einzige Projekt, mit dem er sich dafür einsetzt, möglichst vielen Menschen den Zugang zur Musik zu erleichtern. Für den in Birmingham und Berlin lebenden Künstler ist Singen die unmittelbarste und ursprünglichste musikalische Ausdrucksform. Um das Singen zu fördern, entstand im Herbst 2013 ein neuer Bereich im Rahmen des Education-Programms der Berliner Philharmoniker, der langfristig Lebensräume für das Singen und das gemeinsame Musikmachen schaffen möchte.

In verschiedenen Stadtteilen Berlins wurden und werden weiterhin Standorte für die Chor-Proben der Vokalhelden eröffnet. Derzeit üben die Kinder und Jugendlichen im Stadtschloss Moabit, Rostocker Straße 32, im Pallas T, in der Schöneberger Palasstraße 35, im Hellersdorfer Kompass, Kummerower Ring 42, sowie im Jugendzentrum Die Pumpe in der Lützowstraße 42 in Tiergarten.

Kreative Projekte

Seit seinem Beginn im Jahr 2002 richtet sich das von Sir Simon Rattle ins Leben gerufene Education-Programm an Menschen aller Altersstufen, unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft und Begabung und lädt zu einer aktiven und künstlerischen Auseinandersetzung mit Musik ein. Die Initiative zeigt ihre Vielfalt in Konzerten, Vorträgen und Probenbesuchen, in kreativen Projekten und Workshops für Familien, Musikliebhaber, junge Talente, Kitas und Schulen. Tausende von Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen und Senioren konnten in den Education-Projekten ihre individuellen Talente entdecken, Musik erleben, selber spielen und lernen, sie farbiger zu hören. Mehr Infos gibt es auf der Website der Berliner Philharmoniker.

Red., Bild: Martin Walz, Berliner Philharmoniker

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