Kampf gegen Standortschließung bei General Electric

Die Bezirksbürgermeisterin will mit dem Betriebsrat gegen Stellenabbau kämpfen.

Gegen den Abbau von 500 Arbeitsplätzen am Standort von General Electric (GE) in Berlin-Marienfelde will Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zusammen mit dem Betriebsrat des Werks und der IG Metall kämpfen, so Schöttler in einer ersten Reaktion auf die Sparpläne des Konzerns.

Beunruhigende Nachricht

Es sei noch gar nicht so lange her, da seien die Millioneninvestitionen für das neue Schulungszentrum des Unternehmens in Marienfelde gefeiert worden. Nun folge die Nachricht vom Stellenabbau. „Das passt nicht zusammen“, so Schöttler. Die Nachricht vom Stellenabbau, noch dazu so kurz vor Weihnachten, sei für die Belegschaft sehr beunruhigend. „Ich möchte mir in den nun folgenden Gesprächen mit dem Betriebsrat, der Belegschaft und der IG Metall zunächst einen Überblick über die Situation verschaffen“, so Schöttler weiter.

Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg sei einer der wenigen noch vorhandenen Industriestandorte in Berlin. Mit dem Wegfall so vieler Arbeitsplätze in diesem Bereich werde dieser wichtige Arbeitsmarkt deutlich geschwächt, fährt die Bezirksbürgermeisterin fort. Ziel in Berlin sei es, die industriellen Arbeitsplätze zu erhalten und zurückzuholen.

Konkurrenz aus Asien

General Electric (GE) hatte am 7. Dezember im Rahmen der Bekanntgabe seiner Europa-Pläne angekündigt, das Werk in Marienfelde solle geschlossen werden. Der Standort, seit 2011 Teil des GE-Konzerns, ist im Sektor der Energieumwandlung tätig. Vor zwei Jahren hatte der Konzern angekündigt, sich mehr auf Anwendungen im Bereich der erneuerbaren Energien konzentrieren zu wollen, da das Geschäft im Bereich der konventionellen Energien stockte. Inzwischen, heißt es, ist die asiatische Konkurrenz jedoch so groß, dass es auch in diesem Bereich Probleme gibt.

SPD fordert Masterplan

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Senat, Lars Düsterhöft, und der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Frank Jahnke, sehen Berlin als Industriestandort durch die beabsichtigten Werkschließungen von Siemens, Ledvance und General Electric (GE) in Frage gestellt. „Wir solidarisieren uns mit diesen Familien und fordern die Überdenkung der Schließung des Werkes in Marienfelde“, erklären sie und fordern die Senatsverwaltung auf, einen Masterplan Industrie zu erarbeiten sowie zu prüfen, wie ein weiterer Verlust von Industriearbeitsplätzen verhindert werden kann.

Gewerkschaft will kämpfen

Die IG Metall betont, dass gerade der Geschäftsbereich, in dem auch der Standort Marienfelde tätig ist, erheblich zu den positiven Konzernergebnissen beitrage. „Bei so einem kräftigen Gewinn 500 Mitarbeiter allein in Berlin entlassen zu wollen, ist höchst unsozial“, so Klaus Abel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. Er kündigte heftigen Widerstand gegen die Pläne an: „Wir werden mit den Betriebsräten und den Beschäftigen für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze kämpfen.“

Oliver Schlappat, Bild: imago/imaginechina

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