Neue Wege am Unfall-Hotspot Hermannplatz

Bezirkspolitiker arbeiten an Konzept für mehr Sicherheit

Der Hermannplatz ist und bleibt einer der gefährlichsten Knotenpunkte im Bezirk. Das bestätigen die neuesten Zahlen des Senats. Demnach landet der Hermannplatz bei den Unfall-Hotspots auf dem zweiten Platz. 166 Mal krachte es dort im vergangenen Jahr, nur in der Sonnenallee geschah dies häufiger (169 Mal). Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage des Neuköllner Abgeordneten Georg Kössler (Grüne) an die Berliner Senatsinnenverwaltung hervor.

Konflikte reduzieren

Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat das Bezirksamt Neukölln jetzt gebeten, in Abstimmung mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg bei der landeseigenen Velo GmbH eine bezirksübergreifende Planung für den Hermannplatz und die Anbindung aller angrenzenden Straßen in Auftrag zu geben.

Als vorrangige Ziele nennt der BVV-Beschluss die Reduzierung von Konflikten zwischen Radfahrenden und Passanten an Haltestellen, insbesondere an den Kreuzungen Urbanstraße/Hermannplatz und Sonnenallee/Hermannplatz. Dazu sollen auch mögliche Verlagerungen von Bushaltestellen an geeignetere Standorte und eventuelle Veränderungen bei der Linienführung von Bussen in der Planung berücksichtigt werden. Die Kreuzungsbereiche des Hermannplatzes sollen so umgebaut werden, dass eine Gefährdung von Radfahrenden und Fußgänger durch abbiegende Autos verhindert beziehungsweise reduziert wird.

Die Planungen seien so vorzunehmen, dass eine eventuelle spätere Straßenbahn-Anbindung in Richtung S-Bahnhof Warschauer Straße ohne größere erneute Umbauten ermöglicht werden kann. Die Verkehrssituation an der Schnittstelle zwischen Neukölln und Kreuzberg sei von zahlreichen Konflikten geprägt, heißt es zur Begründung. Diese sollen reduziert werden, indem bauliche Veränderungen die Verkehrsströme neu ordnen. Der Bezirk Neukölln hatte im Jahr 2008 eine Machbarkeitsstudie zum Umbau des Hermannplatzes erstellen lassen. Die Ergebnisse sollen in die Planungen einfließen.

Vielerlei Gefahren

Die Zeit drängt. Besonders Radfahrer, die vom Kottbusser Damm über den Hermannplatz in die Sonnenallee einbiegen, stehen vor vielerlei Gefahren. „Wir müssen schnell Veränderungen auf den Weg bringen, es geht um Leben und Tod“, warnt Kössler. Für ihn hat daher die Umgestaltung des nördlichen Abschnitts des Hermannplatzes Priorität. „An der Einmündung der Sonnenallee könnte man eine Fahrradspur um die Bushaltestelle herum führen“, schlägt er vor. Die Ausweisung der Weserstraße als Fahrradstraße sei ein wichtiger Anfang.

Grünen-Politiker aus beiden Bezirken tüfteln derzeit an weiteren Verkehrslösungen für das Gebiet rund um den Hermannplatz. In Neukölln wurden in diesem Jahr bislang fünf Verkehrstote gezählt, das entspricht dem Wert für das gesamte Vorjahr. Mit 84 Crashs führt die Sonnenallee auch die Statistik bei Fahrradunfällen an. Auf den weiteren Plätzen folgen Hermannstraße (73), Karl-Marx-Straße (57) und Weserstraße (27).

Nils Michaelis, Bild: imago/Klaus-Martin Höfer

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