Rosalie zu Gast im Berliner Tierheim

Erfreulich – auch in diesem Jahr nur wenige Fundtiere nach den Feiertagen.

Zuckersüß blinzelt das kleine Welpenmädchen Rosalie in die Fotografen- und Reporterschar. Gerade mal fünf Wochen alt dürfte das winzige Hundebaby sein, das in einem Körbchen in einem Spandauer Hausflur aufgefunden und noch vor Weihnachten in das Berliner Tierheim gebracht wurde.

„Wir konnten die Kleine nicht über die Feiertage ohne spezielle Betreuung lassen. Das Tier ist dafür viel zu jung”, erzählt Annette Rost. Die Pressesprecherin des Berliner Tierheims: „Unserer Kollegin Maike Müller fiel es aber auch nicht ganz so schwer, Rosalie für die ersten paar Tage mit nach Hause zu nehmen.”

Für Maike Müller und ihre Tochter Antonia dürfte der Abschied von dem zuckersüßen Hündchen in einigen Wochen umso leidenschaftlicher ausfallen. Sollte sich nämlich Rosalies ursprünglicher Halter nicht bald melden, wird der kleine Hund in rund fünf Wochen für die Vermittlung freigegeben und ein neuer Besitzer gesucht.

Nur wenige Tiere sind registriert

Die kleine Rosalie ist eines von elf Tieren, die in diesem Jahr in der Tiersammelstelle des Tierheims abgegeben wurden. Neben dem Hundemädchen waren es acht Katzen, zwei Kaninchen, die die Mitarbeiter im Falkenberger Tierheim über die Feiertage zusätzlich versorgen mussten. „Nur die Hälfte der Katzen, die hier abgegeben werden, ist registriert”, verrät Pflegerin Cora. Sie weiß, dass sich noch immer so mancher Besitzer durch das Aussetzen seines Tieres aus der Verantwortung „schleicht“.

Der Markt boomt noch immer

„Die Bilanz ist eine ähnliche wie 2016. Damals hatten wir nach den Feiertagen zehn Tiere neu in der Verwahrung“, sagt Annette Drost, die mit Erleichterung darauf hinweisen kann, dass die Berliner in den vergangenen Jahren wohl viel überlegter bei der Anschaffung eines Haustieres gehandelt haben.

„Noch vor einigen Jahren wurden Tiere zu Weihnachten wie Spielzeuge verschenkt, und nach wenigen Tagen war die Enttäuschung oft groß. Diese Zeiten scheinen vorbei“, so die Pressesprecherin. Noch immer große Sorgen bereitet dem Tierschutzverein aber der illegal betriebene Welpen-Handel. Fast wöchentlich würden noch immer irgendwo Fahrzeuge voll wehrloser Welpen entdeckt.

Skrupellose Geschäftemacher – häufig aus Osteuropa – würden Tiere sogenannter Moderassen, wie Mops oder Chihuahua, in großem Stil vermehren, um si ein Deutschland oft direkt aus dem Kofferraum heraus oder auch übers Internet an den Mann zu bringen. Zu klein für eine schützende Impfung, sind die Tiere oft krank und von Parasiten befallen – viele Tiere sterben deshalb sehr jung.

Die nächste Abgabewelle kommt Mitte Januar

Mitte Januar erwarten die Mitarbeiter des Tierheims die nächste größere Welle an abgegeben Tieren. Tiere, die zu Weihnachten verschenkt wurden und die die Besitzer doch nicht wollen, seinen dann ebenso dabei, wie die verirrten Hunde und Katzen, die aus Furcht vor dem Feuerwerksgetöse zu Silvester in Panik geflüchtet seien, sagt Annette Rost.

Inzwischen postet das Tierheim auch alle Fundtiere, die in der Tiersammelstelle angekommen sind auf Facebook mit einem Foto. Wer also Tiere auf den Bildern erkennt, kann gerne mit Informationen helfen. Den direkten Draht gibt es dann per E-Mail zur Tiersammelstelle:

Text und Bilder: Stefan Bartylla

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