Silvesterfeuerwerk setzt Berlins Tiere unter Stress

NABU Berlin warnt vor den Folgen für die Stadtnatur.

Viele Berliner decken sich in diesen Tagen mit Raketen, Knallern und Böllern für ihr Silvesterfeuerwerk ein. Was viele  nicht wissen: Wenn sie es krachen lassen, hat das fatale Folgen für die Berliner Stadtnatur. Vögel und Wildtiere leiden nämlich erheblich unter der Pyrotechnik. Der NABU Berlin fordert deshalb die Berliner Feuerwer-Fans dazu auf, in Parks und Grünanlagen, an Seen, Teichen und Fließgewässern konsequent auf das Knallen und Zünden zu verzichten.

Und auch in den Straßen gilt: Direkt in der Innenstadt befinden sich in Bäumen und direkt an Gebäuden Schlafstätten von Vögeln, Eulen oder Fledermäusen. Sich statt eines kurzen Feuerwerks etwas Längerlebiges zu gönnen, zum Beispiel einen Futterplatz oder einen Nistkasten für den eigenen Balkon, sei deshalb die beste Entscheidung für die Natur, so die NABU-Experten.

Üble Folgen für die Berliner Vögel und andere Wildtiere

Ruhig und ahnungslos befinden sich Sperlinge und Schwanzmeisen, Stare, Girlitze und viele andere gefiederte Berliner*innen auch in der Silvesternacht an ihren Schlafplätzen. Wenn dann das Feuerwerk losbricht – und manche Knaller verschonen selbst Parks und Gewässer nicht – geraten die Tiere in Panik.

Viele Tiere geraten in große Panik

Was die Licht-, Lärm- und Druckeffekte des Feuerwerks für Vögel bedeuten, wurde inzwischen vielfach wissenschaftlich untersucht. Viele Vögel fliehen panikartig. Das plötzliche Auffliegen kostet die Tiere viel Energie – und die können sie im Winter nur mühsam wieder aufbauen. Vögel, die vom Feuerwerk aufgeschreckt werden, fliegen bis zu 1.000 Meter hoch, während sie sonst nur selten Höhen über 100 Meter erreichen. Auch Familienverbände werden durch die Flucht auseinander gerissen. Manche Vögel kehren nie wieder an ihre Schlaf- und Futterplätze zurück.

Schlimme gesundheitliche Schäden

Auch andere Wildtiere leiden erheblich unter den Silvesterraketen und –böllern. Einem Biber im Schlosspark Königs Wusterhausen zerriss es 2015 durch den Schalldruck des Feuerwerks die Trommelfelle und er erlitt einen so starken Schock, dass er ertrank. Auch Wildtiere wie Füchse und Kaninchen, Eichhörnchen und Fledermäuse können durch Feuerwerkskörper erheblich in Gefahr geraten und einen Schock, Brandverletzungen, Schädigungen der überlebenswichtigen Hörorgane und weitere schwere, mitunter tödliche, Verletzungen erleiden.

Stinkende Luft statt Champagnerduft

In einer einzigen Silvesternacht werden in Deutschland durch die Feuerwerke circa 15 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge in der Luft freigesetzt! In Berlin wurden um ein Uhr 647 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter gemessen – 47 waren es im Tagesdurchschnitt am darauffolgenden 1. Januar. Seit 2005 darf eine PM10-Konzentration von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) im Tagesmittel nur an höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr überschritten werden. Bei Windstille und feuchter Luft wabert der Feinstaub besonders lange in der Luft und schädigt Lungen und Bronchien.

Für die pyrotechnischen Effekte werden den Feuerwerkskörpern auch Nitrate, Chlorate und Perchlorate, Strontium, Barium, Aluminium und Arsen beigemischt. Der Chemiecocktail rieselt vom Himmel herab und wird bei Regen in die Kanalisation und schließlich in die Berliner Gewässer gespült.

Luftschlangen statt Pyrocracker

Deshalb appellieren die Fachleute des NABU an lle Berliner, ganz auf das Knallen zu verzichten. Am Silvesterabend spazieren zu gehen und sich zu freuen, dass die Wildvögel bald wieder singen, ist ein Vergnügen, an das kein Feuerwerk herankommt. Besser Luftschlangen statt Pyrocracker! „Wir freuen uns über jede Silvesterrakete, die nicht gezündet wird – die Wildvögel werden es den Berliner im nächsten Frühjahr mit ihrem Gesang danken.

Text: Red., Bild: Thinkstock/Nataba

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