Mit Hänsel und Gretel durch Europa

Der Grüne Campus Malchow startete eine internationale Schulpartnerschaft.

Ein Koffer geht auf Reisen. Gefüllt ist er allerdings nicht mit Badehose und Sonnenhut, sondern mit Märchen. Acht europäische Nationen füllen das Gepäckstück mit traditionellen Erzählungen ihres Landes. Dieses Projekt aus dem Programm Erasmus+ startete jetzt an der Gemeinschaftsgrundschule Grüner Campus Malchow (GCM).

Bisher sei Erasmus nur für Studenten von Bedeutung gewesen, doch mit Erasmus+ werden auch Grundschulprojekte von der EU gefördert, so Katrin Klingbeil, die am Campus in Malchow des Projekt leitet. Im Herbst vergangenen Jahres erhielt Schulleiter Tobias Barthl die Anfrage für eine gemeinsame Aktion von einer türkischen Schule. Ende August, rund ein Jahr später, bewilligte die Nationalagentur Deutschland offiziell deren Umsetzung.

Europäische Varianten

Innerhalb der nächsten drei Jahre reisen die Lehrer und Schüler der Partnerschulen gemeinsam mit dem Märchenkoffer nach Dänemark, Griechenland, Finnland, Kroatien, in die Slowakei, nach Polen und in die Türkei. Das Ziel ist es, neue Märchen zu sammeln und das deutsche Märchen „Hänsel und Gretel“ auf unterschiedlichste Weise zu interpretieren.

Der GCM bereitet beispielsweise ein Theaterstück vor, die griechischen Schüler wollen das Märchen als Comic zu Papier bringen, während es in der türkischen Schule verfilmt werden soll. Die Schüler können sich kreativ ausleben, allerdings in deutscher Sprache, da es sich um ein deutschsprachiges Projekt handelt, dessen Partnerschulen Deutschunterricht anbieten.

Gemeinsam im Internet

Berlin ist Start und Ziel der Reise. Das erste Willkommenstreffen fand bereits im November statt. Neben Projektmeetings und einer Stadtführung stellten die Lehrer aus Malchow auch die Unterrichtsform „Lernwerkstatt“ vor, die den Schülern kreatives Ausprobieren mit viel Freiraum ermöglicht. „Durch das Projekt wollen wir unterschiedliche kooperative Lernformen kennenlernen und auch Medienkompetenzen erweitern“, erzählt Katrin Klingbeil.

Mithilfe des eTwinning- Programms, eine Initiative der Europäischen Union, können die verschiedenen Schulen über ein Internet-Portal miteinander kommunizieren, sich zukünftig vernetzen und die Ergebnisse des Projektes veröffentlichen. Dafür soll es im kommenden Schuljahr auch eine AG mit engagierten Schülern geben, die diese Internet-Plattform gestalten und zusammen mit den Lehrern die nächste Reise antreten dürfen. „Somit profitieren alle von dem Projekt – sowohl die Schüler, als auch die Lehrer“, freut sich Katrin Klingbeil.

Text: Marley Lackermann Bild: Katrin Klingbeil

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