Hörnchen im Anmarsch

Spitzmaulnashorn Maburi im Zoo Berlin ist trächtig.

Noch trauert Berlin um das gestern verstorbene Eisbären-Baby. Der noch namenlose Nachwuchs von Eisbären-Mama Tonja wurde nur 26 Tage alt. Aber es gibt auch positive Nachrichten aus dem Zoo, denn auch Spitzmaulnashorn Maburi ist trächtig und erwartet voraussichtlich im Herbst ein Jungtier.

Kurz nach der Geburt sind zwar lediglich die Ansätze der Hörner zu sehen – umso gewaltiger werden diese jedoch mit dem Alter. Nach einer Tragzeit von 14 bis 15 Monaten kommen junge Spitzmaulnashörner mit bereits rund 30 Kilogramm zur Welt und erreichen innerhalb von drei bis vier Jahren ein Gewicht von bis zu 1,2 Tonnen. Ihre Hörner wachsen ein Leben lang und werden von den Tieren selbstständig an widerstandsfähigen Gegenständen, wie Steinen oder Baumstämmen, abgeschliffen. Mit einer Länge von 80 Zentimetern trägt Spitzmaulnashornkuh „Kilaguni“ das größte Horn im Zoo Berlin. Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind Spitzmaulnashörner mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Bedrohte Art

Zwar haben diese Tiere ausgewachsen keine natürlichen Feinde, dafür stellt die illegale Jagd auf deren Horn durch den Menschen eine starke Bedrohung für sie dar. Der Bestand an freilebenden Spitzmaulnashörnern in Afrika wird heute auf nur noch rund 5.000 Tiere geschätzt.

Der Zoo Berlin beteiligt sich seit Jahren sehr erfolgreich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Spitzmaulnashörner – so konnte zum Beispiel 2012 die in Berlin geborene Nashornkuh Zawadi in Tansania ausgewildert werden und dort 2016 bereits ihr erstes Jungtier zur Welt bringen. Das Internationale Zuchtbuch (IZB) dieser Nashorn-Unterart wird im Tierpark Berlin geführt. Im Zoo Berlin gab es zuletzt im Oktober 2014 Nachwuchs bei den Spitzmaulnashörnern – entsprechend wäre Maburis Kalb das erste nach vierjähriger Pause sowie bereits das 20. seiner Art in Berlin.

Große Freude

„Wir freuen uns natürlich immer besonders, wenn wir einen Beitrag zur Erhaltung einer so bedrohten und gleichzeitig faszinierenden Tierart leisten können“, erzählt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem zufrieden. Die Trächtigkeit der Nashorn-Dame konnte über eine Hormonuntersuchung im Kot in Zusammenarbeit mit der Vetmed Uni Wien festgestellt werden. Der Nachwuchs wäre bereits das dritte Jungtier von Mutter Maburi und Nashorn-Vater Jasper (26). Aktuell leben insgesamt fünf der immer seltener werdenden Spitzmaulnashörner im Zoo Berlin – vier Weibchen und ein Männchen.

Text: Red, Bild: imago/Olaf Wagner

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