Streetworker ziehen in den S-Bahnhof Bellevue

Für den Ausbau der Räume werden 300.000 Euro benötigt.

Fast 15 Jahre war das Büro der Off Road Kids Hilfsorganisation am Alex der Anlaufpunkt für Straßenkinder in Berlin. Nach schweren Einbrüchen und schlimmsten Verwüstungen mussten die Mitarbeiter die Streetwork-Station im Dezember 2016 verlassen. Nach einem Zwischenstopp im S-Bahnhof Wollankstraße haben die Mitarbeiter der Berliner Off Road Kids Station nun ihre neuen Räume im S-Bahnhof Bellevue bezogen.

Auch, wenn Leiterin Ines Fornacon und ihre vier Mitarbeiter die Arbeit direkt nach dem provisorischen Umzug aufgenommen haben, gibt es hier noch einiges zu tun. „Klientenarbeit geht nun mal vor, wir haben unsere Arbeit trotz der beiden Umzüge im vergangenen Jahr nie unterbrochen“, so Ines Fornacon. Im Untergeschoss des Bahnhofs Bellevue wurde schnell eine Arbeitsatmosphäre geschaffen, die Beratung der Kinder und Jugendlichen aufgenommen. Der Umbau, der aus den ehemaligen Lagerhallen der Deutschen Bahn aber eine Streetwork-Station machen soll, wird wohl noch einige Monate dauern – und kostspielig werden.

Spendenaufruf

Bis zu 300.000 Euro werden aktuell für den Ausbau in der Bartningallee 18 veranschlagt. Derzeit wird die Statik der Räumlichkeiten geprüft und die kleineren Räume ringsum des großen Beratungsraumes modernisiert. In der zweiten Umbauphase soll dieser dann umgebaut werden. Platz für private Gespräche und Möglichkeiten für die Klienten an PCs Bewerbungen zu schreiben und auf Wohnungssuche zu gehen, gibt es aber bereits jetzt. Der große Raum soll später auch Platz für Arbeitskreise und Vorträge bieten. Auch der Einbau sanitärer Anlagen gehört zum Umbauplan. Zunächst gilt es die 300.000 Euro zusammen zu bekommen.

Der freie Träger, der seit mehr als 25 Jahren von der Deutsche Bahn Stiftung und der Vodafone Stiftung unterstützt wird, startete dafür unlängst einen Spendenaufruf. Der zuvor geplante offizielle Öffnungstermin im April kann wohl nicht eingehalten werden. Zu viele und umfangreiche Umbauten sind noch nötig, um die Räume in ein modernes Streetwork-Büro zu verwandeln. „Ich gehe eher davon aus, dass der Ausbau Ende des Jahres fertiggestellt wird“, so die Leiterin der Station Ines Fornacon.

Viel Arbeit

Der S-Bahnhof ist der perfekte Standort für ein Hilfsangebot wie dieses. Immerhin gehört die Strecke vom Alexanderplatz bis zum Zoologischen Garten zu den von Straßenkindern meist befahrenen Abschnitten. Künftig soll ein Schild mit dem Hinweis „Treppe runter, Türe links“ Klienten direkt in die Räumlichkeiten bringen. Wer die Off Road Kids und die neue Station finanziell unterstützen möchte, kann dies online tun.

Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Stefan Zeitz

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