Weg frei für Estrel Tower

Bezirksparlament beschließt Bebauungsplan / Baustart offen.

Der „Estrel Tower“ kann kommen: Den Weg für den Neubau gegenüber dem Estrel Hotel Berlin an der Sonnenallee haben die Neuköllner Bezirksverordneten freigemacht. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde von der Bezirksverordnetenversammlung im Dezember beschlossen. Mit Verkündung im Gesetz- und Verordnungsblatt tritt der Bebauungsplan in Kraft. Dies soll nach Angaben des Bezirksamtes noch im laufenden Jahr erfolgen.

Der Bebauungsplan für den Estrel Tower schließt sich südlich der Sonnenallee an das bestehende Hotel an. Um den Neubau zu ermöglichen, musste die erlaubte maximale Bauhöhe auf dem Gelände von 75 Meter erhöht werden. Der geplante Hotelturm wird mit 175 Metern eines der höchsten Gebäude Berlins. Eingerahmt wird er von einem 55 Meter hohen Büroturm, einem Gebäudekomplex für Veranstaltungen und Events und dem Parkhaus. Um 814 Zimmer soll das Estrel Hotel, Europas größtes Messe- und Kongresszentrum, vergrößert werden.

Öffentliches Gesicht

Im Oktober 2013 fand ein Realisierungswettbewerb statt, bei dem das Konzept des Büros Barkow Leibinger mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. „Das geplante Gebäudeensemble schafft mit dem bestehenden Hotelkomplex eine Torsituation an der Schnittstelle zwischen großmaßstäblicher äußerer Stadt und kompakter innerer Stadt“, so das Bezirksamt. „Dem Ensemble gelingt es, einerseits nach außen klare städtebauliche Kanten andererseits im Inneren qualitätsvolle Räume für Öffentlichkeit und Begegnung auszubilden.“

Zur S-Bahn und Autobahn hin zeige sich der Neubau von seiner verschlosseneren Seite. Zur Sonnenallee und zum Kanal hin liegen die beiden Gebäudefronten, die dem neuen Komplex sein öffentliches Gesicht geben. Zum Neuköllner Schifffahrtskanal soll mit einem multifunktionalen, begrünten Platz ein attraktiver Freibereich mit „hoher Aufenthaltsqualität“ geschaffen werden. Während das Bezirksamt das Projekt unterstützt, haben sich Vertreter der Linken wiederholt kritisch geäußert. Marlis Fuhrmann, die stellvertretende Vorsitzende der Linke-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung, befürchtet durch den Hotelausbau eine drastische Zunahme von Touristenströmen und damit weitere Mietsteigerungen im Bezirk.

Wann mit dem Bau beginnen wird, ist derzeit aber unklar. Ursprünglich war dafür das Jahr 2015 angepeilt worden. Da momentan die Zufahrt für Baufahrzeuge zum Ausbau der Autobahn 100 über das Grundstück verläuft, sei die Einrichtung einer weiteren Großbaustelle derzeit nicht möglich, erklärte Estrel-Sprecherin Miranda Meier. Der Komplex liegt unmittelbar an der im Bau befindlichen Autobahntrasse von Neukölln nach Treptow.

Text: Redaktion/Nils Michaelis, Bild: Barkow Leibinger/bloomimages

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