Für ihren Kampf gegen die Sklaverei

Nepalesin Chaudhary mit dem Alice-Salomon-Preis ausgezeichnet.

Seit dem Jahr 2001 ehrt die Alice-Salomon-Hochschule mit ihrem jährlich vergebenen Award starke Frauen, die für die Emanzipation Herausragendes geleistet haben und im übertragenen Sinn an die Pionierleistung Alice Salomons unter heutigen Bedingungen anknüpfen. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis geht 2018 an Urmila Chaudhary. Die Frauenrechtlerin aus Nepal wird damit für ihren Mut ausgezeichnet, den sie in ihrem Kampf für die Rechte, die Freiheit und die Bildung von Mädchen in ihrer Heimat aufbrachte.

Urmila Chaudhary bei der Premiere des Dokumentarfilms Urmila – für die Freiheit / Urmila: My Memory Is My Power im Abaton Kino

Die Begründung. „Mit ihrem Engagement hat sich Urmila Chaudhary im Sinne Alice Salomons aktiv mit gesellschaftlichen Zuständen, sozialen Problemen und der Diskriminierung von Mädchen und Frauen auseinandergesetzt, auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht und ist diesen entgegengetreten. Urmila Chaudhary hat sich in ihrem Wirken ganz im Sinne der Konzeptionen von Alice-Salomon eingesetzt“, heißt es dazu in der Begründung der ASH-Jury.

Die Geschichte einer verkauften Kindheit.

Chaudhary war erst fünf oder sechs Jahre alt, als sie wegen finanzieller Nöte der Familie von ihrem Bruder als Arbeitssklavin in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu verkauft wurde. Weil dem jungen Mädchen jede Schulbildung verwehrt blieb, brachte sie sich das Lesen in Gefangenschaft selbst bei. Mit etwa 17 Jahren konnte sie sich befreien und kehrte zur Familie zurück und schloß sich einer selbstorganisierten Gruppe von Mädchen an, die auf den Straßen ihrer Heimatregion gegen das bestehende Sklavensystem aktiv ist.

Für Befreiung. Im Jahr 2010 gründete sie mit anderen den gemeinnützigen Verein „Freed Kamlari Development Forum“ (FKDF), dessen Präsidentschaft sie später übernimmt. Die Mädchen geben Trauma-Theater-Workshops, planen Empowerment-Kampagnen, organisieren Demonstrationen und befreien durch Aufklärungsarbeit mehr als 13.000 Kindersklaven aus nepalesischen Haushalten.

Mit Blick in die Zukunft

Inzwischen widmet sich Urmila Chaudhary verstärkt ihrer eigenen Schulbildung und verfolgt ihren großen Traum, Jura zu studieren und als Rechtsanwältin für die Zukunftsperspektiven junger Mädchen in Nepal zu kämpfen.
Weitere Infos gibt es auf der Website der Alice-Salomon-Hochschule.

Text: Redaktion Bild: Foto:xgbrcix/xFuturexImage

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