Eine Maschine als Mutmacher

Labyrinth Kindermuseum zeigt Film zum Thema Mut und Vielfalt.

Wie wäre es, wenn man Lampenfieber und Höhenangst ganz schnell mit einer Maschine bekämpfen könnte? Wie würde eine solche Mutmaschine wohl funktionieren? Und was bedeutet es überhaupt, mutig zu sein? Diese Fragen haben sich die Mädchen und Jungen der Grundschule am Teutoburger Platz in Prenzlauer Berg gestellt und ihre Ideen in einem Kurzfilm verarbeitet. In Anlehnung an das aktuelle Ausstellungsthema im Weddinger Labyrinth Kindermuseum entstand so im Dezember in Kooperation mit dem Verein „kulturvoll“ und dem bilderbewegen e.V. ein zehnminütiger Film, der ab sofort im Museum zu sehen ist.

Die Grundschüler, mit und ohne Fluchtgeschichte, wollten herausfinden, was Vielfalt bedeutet und wie Mut und Vielfalt in der heutigen Zeit zusammengehören. Gemeinsam mit Filme- und Theatermachern haben sie ihre ganz eigene Geschichte zum Thema und die Mutmaschine „Iyaki“ entwickelt.

Allround-Talente

Dabei übernahmen die Kinder alle Aufgaben, die zur Filmproduktion dazugehören, kümmerten sich um Schauspiel, Kamera, Ton, Licht und um die Regie. Vier Tage im Dezember wurde an der Idee und den Dialogen gefeilt, gedreht und geschauspielert. Zur Premiere kamen dann auch die Darsteller, sämtliche Beteiligten sowie die Patin des Kindermuseums und Tatort-Schauspielerin, Ulrike Folkerts. Nach der Filmvorführung gefragt, welcher Teil der Filmarbeit am meisten Spaß gemacht hat, waren sich die Kinder einig: „Alles!“.

Den Namen ihrer Mutmaschine haben sich die Schüler ebenfalls selber ausgedacht. Iyaki komme aus dem Türkischen und bedeute so viel wie „tolle Maschine“, erklären Jannes und Kolja. Herausgekommen ist ein Film, der überraschend professionell geworden ist. Die Kinder erzählen, was ihnen Angst macht und wofür sie die Mutmaschine gebrauchen könnten. Da ist zum Beispiel, der Zirkusdirektor, der Angst davor hat, vor vielen Leuten zu sprechen. Er kontaktiert einen Freund, der wiederum Kontakt zum „Zentrum für Mutologie“ aufnimmt. Die Ingenieure entwickeln daraufhin eine Maschine, nach deren Betreten man allen Mut gesammelt hat, den es braucht, um sich diesen schweren Aufgaben zu stellen.

Besondere Zutaten

Die Mutmaschine hat besondere Fähigkeiten, kann die Person scannen und genau berechnen welche Zutaten es bedarf, um mutig zu sein. Darunter zum Beispiel Freunde oder Applaus. Aber auch Pudding spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Wer wissen möchte, was es mit dieser besonderen Zutat auf sich hat und den Film und das Ergebnis des Projekts „Mein Freund Mut“ selber sehen möchte, hat dazu noch in der aktuellen Ausstellung „1,2,3, Kultummel“ im Labyrinth Kindermuseum Gelegenheit.

Text: Katja Reichgardt, Bilder: Katharina Schnitzler

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