Stickoxide: Dicke Luft an vollen Straßen

Vor allem an Hauptverkehrsachsen wie dem Tempelhofer Damm ist die Berliner Luft schlecht.

Die gute Nachricht: Die Zahl der Tage, an denen die Grenzwerte für Feinstaubbelastung überschritten wurden, ist im vergangenen Jahr laut einer vorläufigen Bilanz zurückgegangen. Die schlechte: Beim Stickstoffdioxid wurden die Grenzwerte weiterhin überschritten, zum Teil deutlich. Der Tempelhofer Damm und der Mariendorfer Damm gehören zu den am stärksten belasteten Straßenabschnitten. Bekämpft werden soll dieses Problem möglicherweise mit Tempo 30-Zonen. Die entsprechenden Versuche dafür gehen bald in die nächste Phase.

Wohngebiete sauberer

Am Tempelhofer Damm ist die Luft stark belastet. (Bild: Oliver Schlappat)

Das Stickstoffdioxid-Problem konzentriert sich nicht nur, aber überwiegend auf die verkehrsreichsten Straßen der Stadt. An fast allen der 29 Messstellen solcher Verkehrsverbindungen seien Überschreitungen gemessen worden, teilte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, mit. Das Problem sei nicht nur auf diese Bereiche beschränkt, denn laut Simulationsrechnungen seien fast 500 Straßenabschnitte betroffen. In verkehrsarmen Wohngebieten werde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft hingegen unterschritten.

BVG rüstet nach

Die Hauptursache sieht Günther im Straßenverkehr, vor allem bei Dieselfahrzeugen. „Automobilindustrie und Bundesregierung müssen dafür sorgen, dass Diesel-Fahrzeuge endlich mit Soft- und Hardware nachgerüstet werden, damit die Grenzwerte eingehalten werden können“, teilte sie mit. In Berlin werde außerdem an der Fortschreibung des Luftreinhalteplans gearbeitet. Busse sauberer. Einen Beitrag zur Verbesserung der Situation hat offenbar die Modernisierung und Umrüstung der BVG-Flotte geleistet. In rund 200 Busse wurden bereits zusätzliche Stickstofffilter eingebaut, bei 160 weiteren wurden die Katalysatoren optimiert. In diesem Jahr sollen noch einmal 270 Fahrzeuge nachgerüstet werden.

Elektrische Busse

Bekanntlich setzt die BVG auch auf einen sukzessiven Ausbau des Anteils an elektrisch betriebenen Bussen. Der Effekt dieser Maßnahmen lasse sich zum Beispiel an der Messstelle Bahnhof Zoo erkennen, denn dort seien die Stickstoffdioxid-Werte seit den Umrüstungen um ein Viertel zurückgegangen. Einen weiteren Beitrag sollen mögliche Tempo 30-Zonen auf stark befahrenen Straßen leisten. Die Hoffnung des Senats: Bei niedrigerer Geschwindigkeit laufe der Verkehr flüssiger, es gibt weniger Stop-and-Go und damit weniger Schadstoffausstoß, so die Erwartungen.

Ob dies wirklich funktionieren kann, wird derzeit in aufwendigen Testfahrten auf Strecken wie dem Tempelhofer Damm, der Schöneberger Hauptstraße und der Leipziger Straße ermittelt. Die Tests bei Tempo 50 laufen bereits. Im Frühjahr soll dann die Gegenprobe mit Tempo 30 erfolgen. Bis dahin werden auch die Ampelschaltungen überprüft, um zu klären, ob sie für einen verbesserten Verkehrsfluss bei niedrigem Tempo angepasst werden können.

Text: Oliver Schlappat, Titelbild:Thinkstock/iStock/olando_o

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