Mit der U-Bahn über die Landsberger

Der Bau der Linie 11 könnte ab dem Jahr 2025 in Betracht kommen.

Nur wenige wissen es: Der Berliner Senat befasst sich schon seit Jahren ganz konkret mit der Ausweitung des Berliner U-Bahn-Netzes. Dazu werden insbesondere auch Möglichkeiten untersucht, die Stadtränder besser mit dem Zentrum über Zuglinien zu verbinden.

Seit 1990 gehört das Projekt der U-Bahnlinie 11 entlang der Landsberger Allee zu den Strecken, mit der eines Tages der östlichen Stadtrand von der City aus zeitsparend erreicht werden könnte. Obwohl vor dem Jahr 2025 nicht mit echten Maßnahmen zu rechnen sein dürfte, wird bis dahin weiter der Verkehr auf dieser Route gemessen, werden die Fahrgäste der Tramlinien und Busse gezählt und die Umweltbelastungen für den Bedarf einer solchen Strecke dokumentiert.

 Von der City an den Ostrand

Sebastian Schlüsselburg (Die Linke), Abgeordneter aus Lichtenberg im Berliner Abgeordnetenhaus interessierte sich jetzt für den Planungsstand des Projektes und wendete sich mit einer parlamentarischen Anfrage an die Verkehrssenatorin. „Aktuell gibt es leider keine erkennbaren politischen Mehrheiten für den Bau einer solchen U-Bahnstrecke“, resümiert Schlüsselburg das Ergebnis seiner Anfrage, die er auch im Zusammenhang mit der Verbesserung der Fahrradinfrastruktur und dem Ausbau der Tram in dieser Region betrachtet wissen möchte.

Der projektierte Streckenverlauf der U-Bahnlinie 11 würde ab Hauptbahnhof über den Rosa-Luxemburg-Platz, den Platz der Vereinten Nationen, der Marzahner Promenade und der Allee der Kosmonauten bis zum Glambecker Ring führen.

Zahlen zum Streckenverlauf

Auf den verschiedenen Streckenabschnitten dieser Zukunftsroute leben rund 73.000 Menschen und zwischen 30.000 und 60.000 Fahrzeuge werden hier am Tag gezählt. Beste Argumente für den Bau einer solchen U-Bahn-Linie liefern schließlich die in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 400 Prozent gestiegenen Fahrgastzahlen auf den dort fahrenden Tram- und Buslinien. Zuwächse, die viele Fahrgäste aus Marzahn-Hellersdorfer und Lichtenberg gut nachvollziehen können.

Gerade zu den Hauptverkehrszeiten wird es in den Trams hier doch sehr eng. Abhilfe dafür könnte perspektivisch der Bau einer U-Bahn-Strecke bieten: Eine Tram mit zwei Waggons kann bis zu 300 Fahrgäste transportieren, in einem, U-Bahn-Zug mit sechs Waggons können bis zu 750 Fahrgäste mitfahren. Aber das scheint alles noch ferne Zukunftsmusik zu sein. Der Streckenverlauf der U 11 sei zwar im Flächennutzungsplan fest gehalten, aber genauere Planungen auch zu Baukosten, Bauzeiten existieren nicht, heißt es in der Senatsantwort auf Schlüsselburgs Anfrage.

Diese Linie könnte viele Probleme entschärfen

„Ich begrüße die gesteigerte Nutzung der Tram. Ein Blick auf die Landsberger Allee in der Rush Hour zeigt jedoch, dass es leider nicht zu einer deutlichen Abnahme des Autoverkehrs geführt hat. Darüber hinaus sind die Straßenbahnen in den Spitzenzeiten in der Regel zum Bersten gefüllt“, erläutert er. „Die Ergänzung des ÖPNV-Angebots entlang der Landsberger durch eine U-Bahn-Linie würde das Angebot für alle Nutzer attraktiver machen. Viele sinnvolle Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn und anderen U-Bahnlinien könnten geschaffen werden.

Darüber hinaus würde die U-Bahn die Anbindung Lichtenbergs und Marzahns an das Stadtzentrum erheblich verbessern“, so seine Einschätzung. „Wir brauchen weiterreichende Visionen zur Lösung der Probleme der wachsenden Stadt. Wenn damals im Ost- und im Westteil der Stadt z.B. nicht die Linien U5 bzw. U9 gebaut worden wären, hätten wir heute einen Verkehrsinfarkt. Deswegen sollten wir neben der Fahrradinfrastruktur und dem Ausbau der Tram auch an den Ausbau der U-Bahn denken und dabei den Osten nicht vergessen“, resümiert der Lichtenberger Abgeordnete.

Text: Stefan Bartylla, Bild: imago/ Steinach

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