Neues vom „Problemhaus“

Eigentümer sieht Bezirk in der Pflicht das Haus zu räumen.

Viel wurde schon geschrieben über die Zustände in dem Eckhaus in der Kameruner Straße 5 im Wedding. Bereits im Sommer des vergangenen Jahres häuften sich die Medienberichte über Müllberge im und vor dem Haus, in dem sich Ratten tummeln, und über unzumutbare Wohnzustände. Die Mieter klagten zudem über fehlendes warmes Wasser und abgestellten Strom.

Regelmäßig kommt es unter den Bewohnern zu Streit, Polizeieinsätze sind fast an der Tagesordnung. Der Bezirk möchte dem Chaos in dem Haus schon lange ein Ende setzen. Zuletzt war auch der Einsatz von Sozialarbeitern im Gespräch. Versuche des Bezirksamts, mit dem Eigentümer in Kontakt zu treten, scheiterten zunächst. Nun aber äußerte sich dieser über seine Mieter.

Widerrechtliches Wohnen

So hätten ein Großteil der hier lebenden Roma- und Sinti-Familien weder einen gültigen Mietvertrag noch ein anderes Formular, das zum Wohnen in den Räumen berechtige. Aber wie soll mit der Zweckentfremdung im Afrikanischen Viertel umgegangen werden?

Das war auch Thema in der letzten Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel bestätigte zunächst, dass es derzeit kein warmes Wasser für die Bewohner gebe, Stromversorgung und Heizung aber intakt seien. Allgemein sei die Situation im Eckhaus „sehr, sehr unübersichtlich“. Vor Bekanntwerden der Zweckentfremdung und „Teil-Besetzung“ der Wohnräume bemühte sich das Bezirksamt einen Dialog zwischen Mietern und Eigentümer zu schaffen. Die neuesten Erkenntnisse aber ändern die Situation. Laut von Dassel kommt es nun vor allem darauf an, den Menschen mit Mietvertrag zu helfen.

Hilfe anbieten

Der Eigentümer wiederum fordert vom Bezirk, dem Chaos in seinem Haus ein Ende zu bereiten. „Es herrscht auf jeden Fall eine Art widerrechtliches Wohnen. Bislang gibt es aber kein Übereinkommen mit dem Eigentümer. Er sieht das Bezirksamt Mitte in der Pflicht, das Wohnhaus zu räumen“. Die Maßnahme scheint aktuell nicht auf der Agenda des Bezirksamts zu stehen. Ein Eingreifen sei aber selbstverständlich erforderlich, sobald die dort lebenden Menschen obdachlos werden.

Aktuell leben in dem „Problemhaus“ mehrere, teilweise große Familien auf kleinstem Raum.
Wer hier rechtmäßig wohnt oder aber widerrechtlich in eine der vielen leerstehenden Wohnungen eingezogen ist, müsste vorerst genau ermittelt werden.

Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Jürgen Ritter

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