Kitas im Schnellbau-Verfahren

Der Senat will noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen – in elf von zwölf Bezirken.

Rund 1.500 neue Kita-Plätze sollen kurzfristig an 16 Standorten im Stadtgebiet von Berlin entstehen. Modulare Kita-Bauten (kurz: Mokib) sollen es möglich machen. Bereits im vierten Quartal 2018 wird mit dem Bau begonnen – allerdings nicht im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, denn hier gibt es keine passenden Flächen.

Es gibt vorerst zwei verschiedene Mokib-Typen, die errichtet werden. Eine davon ist die zweigeschossige Variante mit 60 Plätzen, die auf maximal 120 erweitert werden können. Die zweite sieht eine dreigeschossige Kita mit 150 Plätzen vor, die aber auch ohne großen Aufwand auf 120 reduziert werden kann. Welcher Gebäudetyp wo entsteht, entscheidet sich anhand der Grundstücke. Im ersten Schritt werden Mokib-Bauten in elf Bezirken entstehen.

75 Millionen Euro

Ausschnitt eines Entwurfs für die größere Mokib-Variante. (Bild: Senat für Stadtentwicklung und Wohnen/karlundp Generalplaner)

Finanziert wird das Vorhaben aus einem Nachhaltigkeitsfonds des Sondervermögens Infrastruktur der Wachsenden Stadt („Siwana III“) – zur Verfügung stehen 75 Millionen Euro für den Ausbau in zwei Schritten. Die jetzt geplanten 16 Kitas sind erst der erste Schritt. Die Bezirke hatten dem Senat insgesamt rund 90 mögliche Grundstücke gemeldet, die sie als möglicherweise geeignet für einen KiTa-Bau ansehen. Die Entscheidung für die zunächst geplanten Bauten fiel nach einer Abwägung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Berlin befinde sich in einem Wettlauf mit stark steigenden Kinderzahlen, so die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Sandra Scheeres. Auch wenn in den vergangenen Jahren bereits mehr als 35.000 Plätze geschaffen worden seien, müsse Berlin an Tempo zulegen, um Schritt zu halten. Mit Hilfe der modularen Bauten soll eine Aufholjagd gestartet werden, denn sie sind so entwickelt, dass sie wegen des hohen Vorfertigungsgrads schnell zu errichten sind, darüber hinaus aber auch so gestaltet sind, dass sie sich für verschiedene Grundstücks-Zuschnitte eignen.

Kreuzberger Grundstücke ungeeignet

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat hier allerdings ein Problem: In dem kleinen und dicht bebauten Bezirk gebe es schlicht keine geeigneten Flächen für die modulare Bauweise, so Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann. Zu diesem Schluss seien das Bezirksamt und die Senatsverwaltung gekommen. Zwar gebe es einige Grundstücke, auf denen Kitas möglich wären, doch seien dort individuelle Lösungen in konventioneller Bauweise erforderlich. Monika Herrmann erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass in den vergangenen zehn Jahren 5000 neue Kita-Plätze im Bezirk entstanden seien. Sie stellte klar, dass die bedarfsgerechte Entwicklung von positiven Rahmenbedingungen für Familien einer ihrer politischen Schwerpunkte sei.

Pläne einsehbar

Die Wettbewerbsbeiträge, die Grundlage der Mokibs sind, sind bis 31. Januar im Haus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Württembergische Straße 6, Raum 560, ausgestellt und montags bis freitags von 13 bis 18 Uhr zu sehen. Die Entwürfe sind online einsehbar.

Text: Oliver Schlappat/Titelbild: Thinkstock/iStock/X-Star

Hier entstehen modulare Kitabauten:

 Bezirk Straße Plätze
 Mitte  Habersaathstraße 13  60
 Pankow  Priesterstege 6  60
 Pankow Eschengraben 49  120
 Charlottenburg-Wilmersdorf  Emser Str. 50,51,52  150
 Charlottenburg-Wilmersdorf  Sömmeringstraße 29  150
 Spandau  Zu den Fichtewiesen 14  120
 Spandau  Gelsenkircher Straße 20  60
 Steglitz-Zehlendorf  Kaulbachstraße 57  60
 Tempelhof-Schöneberg  Albulaweg 15-19  60
 Neukölln  Drosselbartstraße 6  60
 Neukölln  Buckower Damm 192  150
 Treptow-Köpenick  Otto-Krüger-Zeile 4-6  60
 Marzahn-Hellersdorf  Suhler Straße 43/45  60
 Lichtenberg  Römerweg 106/112  120
 Reinickendorf  Namslaustraße 49  120
 Reinickendorf  Rallenweg 2  120

Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen

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