Junge Forscher auf der Bühne

Wie Science Slams für Wissenschaft begeistern.

Warum reden Menschen, wie sie reden? Ist Stress vererbbar? Wie lernt man das Lernen? Diese und viele andere Fragen beantworten junge Forscher bei den immer populärer werdenden Science Slams. Das Grundprinzip: Nachwuchswissenschaftler präsentieren sich auf der Bühne und stellen ihre Forschungsergebnisse auf möglichst unterhaltsame Weise vor. Innerhalb von nur zehn Minuten müssen sie ihr Publikum überzeugen, denn am Ende entscheiden die Zuschauer, wer zum Sieger gekürt wird.

Vielseitiges Programm

Die Redner stammen aus den verschiedensten Fachrichtungen: Informatiker treten gegen Geisteswissenschaftler, gegen Betriebswirtschaftler oder Biologen an. Aber bei dem Vortragswettbewerb geht es weniger darum, sich wissenschaftlich zu messen. Stattdessen soll Begeisterung für das eigene Forschungsthema erweckt werden.

Keine Spur von eingestaubten Theorien und kryptischer Fachsprache. Komplizierte Inhalte sollen auch für Laien verständlich gemacht werden. Im Gegensatz zum Poetry Slam sind alle Hilfsmittel erlaubt: Präsentationen, Live-Experimente, Assistenten aus dem Publikum. Je anschaulicher desto besser. Eine Forschungsarbeit zum Thema kontextbasierte Algorithmen wird zum Beispiel anhand eines einfachen Liebesbriefes erklärt.

Angefangen hatte alles in Deutschland. Ein Darmstädter, der zum Thema „Verständlichkeit von Wissenschaftstexten“ promovierte, erfand 2006 den Science Slam. Es folgten Braunschweig und Hamburg, bis der Science Slam schließlich in den meisten deutschen Universitätsstädten angekommen war. Auch in Berlin finden regelmäßig Veranstaltungen in Clubs wie dem Lido, im Neuköllner Heimathafen-Theater oder sogar im Zeiss-Großplanetarium statt. Die besten Slammer aus den Regionen treffen dann bei den deutschen Meisterschaften aufeinander.

Besondere Mischung

Das positive Feedback auf den Science Slam ist ein Zeichen dafür, dass Wissenschaft wieder zugänglicher gemacht werden muss, Forschungsergebnisse auch für die breitere Öffentlichkeit ausgelegt werden sollten und die Vernetzung der Fachbereiche vorangetrieben werden muss. Wissenschaft und Unterhaltung schließen sich nicht aus. Im Gegenteil: Wissensvermittlung funktioniert vor allem dann, wenn sie unterhaltsam ist. Das Zeiss-Großplanetarium im Prenzlauer Berg hat gleich drei Science Slams als Sonderveranstaltungen geplant. Der nächste Slam findet am 14. Februar statt. Los geht es um 20 Uhr. Der Eintritt zum Slam kostet acht Euro, ermäßigt sind es sechs Euro.

Text: Dorothea Engel, Bilder: Caroline Snijders, imago/ Rolf Zöllner

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