S3 soll öfter bis nach Erkner rollen

Abgeordnete halten geplante Verbesserungen für unzureichend.

Seit ein Teil Züge der S-Bahnlinie 3 wieder bis zum Bahnhof Spandau durchfährt, geht es für die Fahrgäste im Berliner Südosten wieder aufwärts. Doch damit ist längst nicht alles in Butter. Dieser Tage gab es wiederholt massive Verspätungen, von überfüllten Wagen ganz zu schweigen. Viele wünschen sich einen durchgängigen Zehn-Minuten-Takt über Friedrichshagen hinaus bis zur Endhaltestelle Erkner und mehr Pünktlichkeit: Gerade im Winter stehen die Fahrzeiten, auch beim 20-Minuten-Takt, häufig nur auf dem Papier. Das Nachsehen haben vor allem diejenigen, die an einem der S-Bahnhöfe in Bus oder Straßenbahn umsteigen müssen.

Verstärkerfahrten angekündigt

Derzeit endet tagsüber jeder zweite Zug am Ostbahnhof. Von dort verkehrt die S3 im 20-Minuten-Takt bis Spandau. Als Grund für den Pendelverkehr nennt Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Grüne) in seiner Antwort auf eine Anfrage der Linke-Fraktion die „begrenzte Fahrzeugverfügbarkeit“. Für eine bessere Anbindung der südöstlichen Ortsteile verweist Kirchner auf geplante Verstärkerfahrten auf der S-Bahnlinie 3 zwischen den Stationen Friedrichshagen und Ostbahnhof, sodass sich in diesem Abschnitt zumindest während der Hauptverkehrszeit ein 5/5/10-Minuten-Takt ergäbe.

Im Nahverkehrsplan 2019-2023 solle zudem festgeschrieben werden, auf der Stadtbahn zwischen Ostbahnhof und Charlottenburg mehr Züge verkehren zu lassen. Davon würden dann am Ende wohl alle Linien profitieren. „Diese Mehrleistungen können aber erst mit dem Zulauf neuer S-Bahn-Fahrzeuge voraussichtlich ab Mitte der 2020er-Jahre bestellt und erbracht werden.“ Die für das Jahr 2027 geplante Inbetriebnahme des Regionalbahnhalts Köpenick stelle eine weitere Verbesserung der ÖPNV-Anbindung des Südostens an die Innenstadt dar.

Kurzfristige Verbesserungen

Abgeordnete der Linken fordern, den Takt der S3 über den Bahnhof Friedrichshagen hinaus zu verdichten, damit auch Reisende aus oder in Richtung Rahnsdorf besser angebunden werden.   „Wir brauchen mehr Züge, die von Erkner nach Spandau durchfahren, dafür sind kurzfristige Verbesserungen notwendig“, so der Abgeordnete Karsten Ronneburg (Die Linke). „Die Bahn setzt alte Züge instand, das muss auch für die S3 genutzt werden.“

Carsten Schatz (Die Linke) wirft der Bahn vor, die Planung für den Regionalbahnhof Köpenick verschleppt und mit der Stilllegung des Regionalhalts in Karlshorst eine Lücke im Nahverkehrssystem gerissen zu haben. Schatz: „Berlin wächst insbesondere an den Rändern. Wir müssen auch den Zugezogenen eine bessere ÖPNV-Anbindung bieten, ansonsten steigen zu viele aufs Auto um. Die Folge wären weitere Staus.“

Text: Stefan Bartylla/Nils Michaelis, Bild: imago/Stefan Zeitz

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