BVG testet akustische Fahrgastinformation

Unterstützung für blinde und sehbehinderte Fahrgäste in der M4 geplant.

Wenn einige Straßenbahnen der M4 und bald mit den Fahrgästen reden, sollten diese sich nicht wundern. Denn ab dem 19. Februar testet die BVG für ein Jahr verschiedene Lösungen, blinden und sehbehinderten Menschen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen akustische Fahrgastinformation in Echtzeit anzubieten. Dabei werden sowohl zehn Straßenbahnen und zehn Busse als auch 13 Haltestellen ab 19. Februar und anschließend bis Ende April mit akustischen Lösungen ausgestattet. Zudem werden Smartphone-basierte Lösungen getestet. Das Projekt wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) und der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales (SenIAS) durchgeführt und wird aus dem Landeshaushalt finanziert.

Testprogramm

Vor allem an Mehrfachhaltestellen soll Bus- und Bahnfahren dank Ansagen des Echtzeitfahrplans für blinde und sehbehinderte Menschen zuverlässiger und einfacher werden. Denn hier ist der Fahrplan eng getaktet. Welcher Bus zuerst kommt und welcher wo zum Einsteigen anhält, entscheidet sich oft innerhalb weniger Momente. Eine Gruppe aus blinden, sehbehinderten und sehenden BVG-Kunden wird in den kommenden zwölf Monaten die verschiedenen Lösungen testen. Die Bewertungen und Ergebnisse dieser Testgruppe werden von der Firma SGM Educational Solutions wissenschaftlich begleitet und die Lösungsansätze auf ihre Nutzerakzeptanz, Praktikabilität sowie Wirtschaftlichkeit evaluiert.

Mehr Mobilität

Am Ende des Modellversuchs steht eine Handlungsempfehlung, wie das Zwei-Sinne-Prinzip bei Bus und Straßenbahn umgesetzt werden kann. Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (parteilos, für Grüne) befürwortet das Projekt der BVG: „Mobil zu sein, bedeutet, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Für alle Menschen ist es wichtig, dass sie öffentliche Verkehrsmittel ohne Hürden nutzen können. Der Abbau von Barrieren in U-Bahn, S-Bahn, Tram und Bussen hat für mich daher eine hohe Priorität. Das Projekt ist hierbei ein weiterer wichtiger und lange überfälliger Schritt und kann den Alltag von Blinden und Sehbehinderten deutlich vereinfachen.“

Test-Haltestellen

Die Linie M4 fährt von Falkenberg bis zum Hackeschen Markt und macht dabei auch Halt am Alexanderplatz sowie an der Spandauer Straße. Die akustischen Fahrgastinformationen werden unter anderem an der Haltestelle Alexanderplatz U-Bahn und an der S- und U-Bahn Alexanderplatz/Gontardstraße getestet.

Text: Redaktion, Bild: imago/Hohlfeld 

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