Unterstützung für Angehörige

Lichtenberg weitet Initiative gegen die Demenz-Krankheit aus.

Der Bezirk Lichtenberg geht in der Begleitung und Betreuung dementer Menschen und ihrer Angehörigen ganz neue Wege. In Kooperation mit Betroffenen, Initiativen, Experten und der Volkshochschule (VHS) legt der Bezirk jetzt eine spezielle Veranstaltungsreihe mit dem Themenschwerpunkt „Demenz“ auf, die sich an pflegende Angehörige und alle Interessierten richtet, die in die Betreuung von Menschen mit Demenz eingebunden sind.

Alarmierende Zahlen

„Wir habenderart hohe Steigerungsraten der Betroffenenzahlen in den vergangenen Jahren zu verzeichnen, dass wir uns diesem Thema ernsthaft stellen müssen“, sagt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in Lichtenberg. „Im Jahr 2030 wird jeder vierte Mensch hier älter als 65 Jahre sein. Bereits jetzt leben über 4.000 Menschen mit Demenz-Erkrankung im Bezirk. Es gilt jetzt, die zahlreichen Betreuungs- und Informationsangebote für Angehörige und Betroffene weiter auszubauen“, so der Bürgermeister, dessen Bezirk seit Mitte 2016 eine Leitstelle zur demenzfreundlichen Kommune unterhält.

Gebündelte Initiativen

Alle freien Träger und Initiativen mit Erfahrungen zum Thema und Kompetenzen werden seitdem in ein entsprechendes Konzept in dem deutschlandweit einzigartigen Projekt integriert. „Es gibt bereits zahlreiche Städte und Gemeinden, die sich über unsere Aktivitäten informiert haben“, sagt der Bürgermeister. Als wichtige und notwendige Erweiterung gilt nun die Einführung der Seminarreihe der Volkshochschule, in der frühzeitig aufgeklärt und über die Vielzahl von Angeboten im Bereich Prävention und Fürsorge informiert werden soll.

Info-Angebot der VHS

Die neue Reihe startet am 7. März und findet an 19 Terminen immer in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr in der Volkshochschule in der Paul-Junius-Straße 71 statt. Gedacht sind die einzelnen Kurse-Termine insbesondere für Angehörige. Informationen über die Demenz-Erkrankung, der Umgang mit den erkrankten Menschen, die Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige sowie rechtliche Aspekte und Möglichkeiten der Begleitung am Lebensende sind die Themen der einzelnen Termine. Wissenschaftliche Informationen zum Krankheitsbild werden verbunden mit individueller Beratung, die aber auch im Rahmen von Gruppenarbeiten stattfinden. Zudem gibt es Exkursionen in verschiedene Versorgungseinrichtungen. Dort werden auch Gespräche mit Experten wie beispielsweise im Evangelischen Krankenhaus Königin-Elisabeth Herzberge angeboten.

Konkrete Unterstützung

Die gesamte Veranstaltungsreihe ist kostenlos und sogar die Betreuung der dementen Angehörigen kann während des Kurses durch geschulte Ehrenamtliche Helfer übernommen werden.

Text: redaktion / Stefan Bartylla, Bild: Bils: thinkstock/ istock/ Ocskaymark

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