Viel Kritik an „MUF“-Plänen

Bis 2021 sollen weitere 40 Modularbauten entstehen.

Zehn der modularen Flüchtlingsunterkünften, kurz MUFs, gibt es bereits in Berlin. Nun hat der Senat bekannt gegeben, zunächst an 18 weiteren Standorten neue Modularbauten zu errichten. Bis 2021 sollen sogar 40 neue MUFs fertiggestellt werden. Für die zweite Generation der modularen Unterkünfte lieferte der Senat auch gleich konkrete Standorte. Ihre Auswahl sorgt aber in vielen Bezirken für Ärger.

So gibt es gegen die an der Lichtenberger Seehausener Straße geplante Unterkunft bereits zwei Klagen. Bei zehn MUFs ist noch kein Bauantrag gestellt worden, wann eine entsprechende Baugenehmigung vorliegen wird, ist weiterhin unklar. Der Großteil der Bezirke fühlt sich zudem vom Senat übergangen. Zunächst hieß es, die Festlegung von jeweils zwei Standorten pro Bezirk sei mit eben diesen abgestimmt. Dem ist scheinbar nicht so. Aus Marzahn-Hellersdorf und Tempelhof-Schöneberg wurden Stimmen laut, die die mangelnde Kommunikation seitens des Senats kritisieren.

Weiter Unstimmigkeiten

Mitte zeigt sich nicht ganz so kritisch, was die Abstimmung belangt, ganz zufrieden mit der Standortwahl ist Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) aber auch nicht: „Die Zusammenarbeit zwischen den Senatsverwaltungen und den Bezirken hat sich verbessert. Das Bezirksamt Mitte ist zuversichtlich, dass es gelingt, für alle Standorte so schnell wie möglich die Schaffung von integrationsförderndem Wohnraum umsetzen zu können.“ Im Bezirk sollen die beiden Unterkünfte in der Putbusser Straße und in der Triftstraße entstehen. Gothe fügt hinzu: „Die beiden‎ Standorte sind grundsätzlich geeignet, aber nicht für die Bautypologie und in diesem Umfang. Außerdem sind beide Standorte nicht zeitnah realisierbar. Der Bezirk wird deshalb umgehend dem Senat ein Alternativkonzept vorschlagen, das folgende Prämissen beherzigt: Keine Unterkünfte, sondern Wohngebäude. Maximal 250 Personen pro Standort, dazu gemischte Projekte.“

Noch Zeit

Innerhalb der nächsten Woche können alle Bezirke noch einmal Alternativstandorte nennen. Aktuell leben 19.600 Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften, 2.400 in Notunterkünften und 2.600 nach wie vor in Erstaufnahmeeinrichtungen. Der Senat plant, bis zum Ende des Jahres sämtliche Berliner Flüchtlings-Notunterkünfte zu schließen.

Text: Katja Reichgardt, Bild: imago/Jürgen Heinrich 

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