Lichterfelde-Süd: Protest gegen neue Schule am Gleis

Das Bezirksamt verteidigt den Standort im geplanten Wohngebiet.

Im Bezirk wächst der Widerstand gegen den Grundschulstandort im geplanten Neubaugebiet in Lichterfelde-Süd. Dieser soll in unmittelbarer Nähe zur Richtung Teltow verlaufenden Bahntrasse entstehen. Diese Festlegung vonseiten des Bezirkamtes lehnt der Bezirkselternausschuss (BEA) Steglitz-Zehlendorf ab. Das Gremium moniert eine drohende Lärmbelastung und einen zu geringen Abstand zwischen der Schule und den Gleisen.

Kein Verständnis

Der BEA forderte das Bezirksamt und die Bezirksverordneten jetzt auf, „umgehend eine qualitativ höherwertige Alternative zum Standort der neuen Grundschule an der Bahntrasse im Bebauungsplan zu prüfen“. Auch in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) war die umstrittene Grundschule mehrfach ein Thema. Die Fraktionen von FDP und Linken haben in einem Antrag das Bezirksamt aufgefordert, den Schulstandort in der Mitte des Planungsgebietes und nicht an der Eisenbahnlinie vorzusehen. Im Schulausschuss wurde das Papier allerdings abgelehnt.

Kein Verständnis

Eine Mehrheit fand sich für einen abgeänderten Antrag der Grünen. Darin wird gefordert, eine Fach-Arbeitsgruppe einzurichten mit dem Ziel, bereits die Planungen und den Bau der neu zu errichtenden Grundschule in Lichterfelde-Süd sowie mögliche Kooperationen mit den benachbarten Grundschulen und die sozialräumliche Öffnung sowohl in den neuen, als auch in den bestehenden Kiez inhaltlich zu begleiten. Das fordert auch der BEA. „Wir haben absolut kein Verständnis für diese Standortwahl“, sagt der Schulausschussvorsitzende Lars Rolle (FDP). „In einem derart großen Baugebiet sollte es Alternativen geben.“ In Lichterfelde- Süd sind rund 2.500 neue Wohnungen geplant. Die Grundschule wird laut Bezirksamt 2,5-zügig und auf etwa
360 Kinder ausgelegt sein.

Zentrale Lage

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) verteidigt die Standortwahl, die zudem endgültig sei. „Für den geplanten Standort in unmittelbarer Nähe zum geplanten Stadtplatz spricht, neben der zentralen Lage, dass die Schule als wichtige soziokulturelle Einrichtung, auch mit integriertem Stadtteilzentrum und Bibliothek zur Belebung des Stadtplatzes beitragen soll“, so ein Sprecher. „Zwischen den Gleisen und dem Schulgrundstück befindet sich eine Grünfläche. Die Schallemissionen der Bahn werden durch bauliche Maßnahmen in Form eines passiven Lärmschutzes durchgeführt und auf ein verträgliches Maß beschränkt.“ Dies geschieht beispielsweise durch die Baukörperstellung, einen „grünen Wall“ zur Bahn, die schallschützende Gestaltung und den Aufbau der Gebäudeaußenwände oder durch weniger Fenster.

Text: Nils Michaelis, Bild: imago/Joachim Schulz

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