Abkommen für schnelleren Wohnungsbau

Neukölln hat klare Ziele: Dies sind die nächsten großen Wohnungsbau-Projekte.

Das kürzlich unterzeichnete Bündnis für Wohnungsneubau und Mieterberatung setzt für Neukölln klare Ziele. Die Vereinbarung mit dem Bezirk geht davon aus, dass der Bau von insgesamt 5.955 Wohnungen bis zum Jahr 2021 zumindest genehmigt werden kann. Auch einige ausgewählte Projekte werden in dem Papier genannt.

In der Vereinbarung verpflichten sich alle Bezirke, bis zum Ende der Legislaturperiode Planungs- und Baurecht für eine Reihe von Projekten zu schaffen. Gemeinsames Ziel ist es, dies in maximal 18 bis 20 Monaten zu erreichen. Bebauungsplanverfahren sollen der Vereinbarung nach ab dem Aufstellungsbeschluss in den Bezirken nicht länger als zwei Jahre dauern. Der Senat sichert im Gegenzug zu, erforderliche Änderungen von Flächennutzungsplänen parallel zu den Bebauungsplanverfahren durchzuführen und abzuschließen.

Mehrere Projekte

Die Beschleunigung bereits in Planung befindlicher Projekte soll im Rahmen des Abkommens in den Mittelpunkt gestellt werden. Für Neukölln bedeutet das: Um die Überplanung des ehemaligen Blub-Geländes an der Buschkrugallee mit voraussichtlich 450 Wohnungen vorantreiben zu können, soll die bisher noch nicht abgeschlossene, aber dringend erforderliche Änderung des Bebauungsplans vorangetrieben werden.

Ähnliches gilt für die 590 Wohneinheiten, die auf dem Gelände des Emmausfriedhofs West entstehen könnten. Das Gelände der ehemaligen Geyer-Werke soll zum Mischgebiet erklärt werden, um sowohl Kleingewerbe als auch circa 250 Wohnungen zu ermöglichen. Der Ehemalige Güterbahnhof wird zum Wohnquartier mit hoher städtebaulicher Dichte entwickelt und dafür der Bebauungsplan festgesetzt. Hier sind 500 Wohnungen möglich. Und dann wären da noch der Hof der Jerusalems- und Neue-Kirche sowie der Kirchhof St. Jakobi und die Buckower Felder. In beiden Fällen müssen die Bebauungspläne festgesetzt werden. Zusammengenommen wäre auf diesen beiden Flächen Raum für mehr als 1.600 Wohnungen.

Hoher Bedarf

Wohlgemerkt: Hier geht es noch nicht darum, dass all diese potenziellen Wohnungen auch bis 2021 gebaut werden, sondern lediglich darum, dass das nötige Baurecht geschaffen wird. Bis man auf einer dieser Flächen etwas mieten kann, dürfte es dann noch einmal ein paar Jahre mehr dauern.

Der Senat geht derzeit davon aus, dass bis zum Jahr 2030 ein Bedarf an 194.000 zusätzlichen Wohnungen besteht. Allein in den nächsten vier Jahren würden 20.000 Neubauwohnungen benötigt. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf günstigen Mietwohnraum gelegt werden. Beim Projekt Blub sind allerdings nach den bisherigen Plänen nur 18 Prozent sozialer Wohnungsbau vorgesehen.

Text: Oliver Schlappat/Bild: Thinkstock/iStock/benjaminec

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