Blick auf antisemitische Gewalt

Eine neue Sonderausstellung im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße behandelt die Zeit ab 1933.

Es lässt sich menschlich kaum nachvollziehen, was sich an Orten wie dem SA-Gefängnis Papestraße einst alles abgespielt hat. Nicht ohne Grund ist dort heute ein Gedenkort, der an diesen dunklen Teil Berliner Geschichte erinnert. Mit der neuen Sonderausstellung „…am wütendsten geprügelt – Verfolgung Berliner Juden 1933“ widmen sich Masterstudenten den Zusammenhängen von Antisemitismus und Gewalt.

Das SA-Gefängnis Papestraße spielte als eines der ersten nationalsozialistischen Konzentrationslager eine zentrale Rolle im Prozess der Entrechtung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung in Berlin. Aus dem ganzen Stadtgebiet verschleppte die SA-Feldpolizei zwischen März und Dezember 1933 Juden in das ehemalige preußische Kasernengebäude. Die Teilnehmer des Masterstudiengangs „Holocaust Communication and Tolerance“ am Touro College Berlin versuchen, den Zusammenhang antisemitischer Gesetzgebungen und der zunehmenden physischen Gewalt durch die SA darzustellen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen sieben Häftlingsbiografien Berliner Juden. Anhand von Fotos und Dokumenten werden die Schicksale von Ärzten, Schriftstellern, Wahrsagern, Kaufleuten und Anwälten beschrieben und in den Kontext des Gedenkortes eingeordnet. „Die neue Sonderausstellung ist eine wichtige inhaltliche Ergänzung für den Gedenkort“, so Irene von Götz, Leiterin der Museen Tempelhof-Schöneberg. Eröffnet wird die Ausstellung am 15. März um 18 Uhr. Danach ist sie bis zum 16. September zu sehen.Geöffnet ist der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße dienstags bis donnerstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei

Text: Redaktion, Bild: Gedenkort SA-Gefängnis/Harry Weber

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