Gemeinschaftsgarten und Lernort

Im Blumenviertel entsteht mit viel Engagement eine Stadt-Oase.

Angesichts der zurückliegenden Tiefsttemperaturen mochte man eigentlich nicht so recht daran glauben, dass der Frühling mit großen Schritten naht. Doch die Hobbygärtner unter uns Stadtmenschen wissen, dass die Natur natürlich nur eine kurze Winterpause eingelegt hat. Auch deshalb lädt das Projekt Peace of Land jetzt zu den ersten Veranstaltungen des neuen Gartenjahres ein. So spricht zum Beispiel am 3. März, 10 bis 13 Uhr, Expertin Martina Kolarek über „Die Kunst des Kompostierens“, gibt es am 17. März ebenfalls von 10 bis 13 Uhr unter dem Titel „Finger ab – was nun?“ erste Hilfetipps für Gärtner und Heimwerker und an diesem und am Tag darauf den Workshop „Frühbeete bauen“ – hoffentlich ohne größere Verletzungen.

Eigene Interessen

Seit November 2016 entsteht im Blumenviertel ein offener, selbst verwalteter permakultureller Gemeinschafts-, Demonstrations-, Forschungs- und Lerngarten, in dem Anwohner planen und realisieren, bauen und gärtnern. Es werden Workshops und Kurse zu allen Facetten der Permakultur und den Themen organisiert, die mit den eigenen Interessen und der Entwicklung des Projekts in Zusammenhang stehen.

Alle Interessierten sind eingeladen, das Gelernte gemeinsam in Peace of Land anzuwenden, zu üben und später vielleicht wieder an andere weiterzugeben. Die Ausbildungs- und praktischen Gestaltungsmöglichkeiten auf dem Gelände umfassen Permakultur-Design, Designmethoden, soziale Permakultur, Gemeinschaftsbildung und -organisation, Architektur, Bauen und Handwerk, Gartenbau, Energie, Selbstversorgung, Gesundheit, Kultur, urbane Lebensmittelproduktion.

Vorhandene Ressourcen

Permakultur ist eine Methode zur Gestaltung dauerhafter, naturnaher und nachhaltiger Kreisläufe und Systeme. Für das Projekt Peace of Land bedeutet das konkret, dass ein Design für das ganze Gelände entworfen wird, in dem die vorhandenen Ressourcen mit einbezogen und in dem die sozialen Strukturen, der Garten und die Architektur umfasst und verknüpft werden. Außerdem werden nur samenfeste Sorten sowie kein Kunstdünger und Pestizide verwendet und es werden Dinge genutzt, die es schon auf dem Gelände gibt oder die anderswo nicht mehr gebraucht werden.

Als größtes Projekt soll in diesem Jahr der Bau eines Garten- und Nachbarschaftscafés und einer großen Veranstaltungsküche verwirklicht werden. Dafür sind vorerst drei Workshops eingeplant. Zum Auftakt vom 11. bis 13. April heißt es „Platz schaffen und abreißen, was wir nicht brauchen können“. Hinzu kommen kleinere Aufgaben wie Bau und Umzug des Werkzeugraums und Leckerbissen wie der Bau eines „Thermal Mass Rocket Stoves“ im zukünftigen Café oder Kooperationen mit den Gärtnern, zum Beispiel bei der Anlage eines Teichs zur Zwischenspeicherung von Regenwasser und dem Anbau von essbaren Wasserpflanzen.

Text: Manfred Wolf Bild: Peace of Land

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