Lückenschluss an der Rummelsburger Bucht

Streletzki Gruppe baut bis zum Jahr 2020 Haus für 3.100 Arbeitsplätze

Jetzt bekommt auch der letzte Uferstreifen an der Rummelsburger Bucht seine solide Bebauung. Die SGI Immobilien Entwicklung und Verwaltungs GmbH plant zwischen der Kynaststraße und dem westlichen Ufer des Rummelsburger Sees einen Bürokomplex mit einer Gesamtnutzfläche von rund 50.000 Quadratmetern auf der Friedrichshainer Seite. Das sogenannte „B:HUB“ wird sieben bis elf Geschosse hoch gebaut, sich über 300 Meter Länge erstrecken und Restaurants, Cafés, einen Supermarkt, ein Fitnessstudio sowie 600 Fahrrad- und 160 Pkw-Stellplätze in den unteren Geschossflächen bieten.

Erfahrener Berliner Bauherr

Die Entwürfe stammen vom Architekturbüro Barkow Leibinger. Die SGI selbst ist Teil des Konsortiums um Ekkehard Streletzki, zu dessen bekanntesten Immobilienprojekten das Estrel-Hotel am südlichen Ende der Neuköllner Sonnenallee zählt. Baustart soll noch in diesem Jahr sein – die Fertigstellung des „B:HUB“ ist für Ende 2020 geplant. Bis zu 3.100 Menschen werden dann in den Büros ihrer Arbeit nachgehen, die auf jeder Ebene in Größenordnungen zwischen 400 bis 4.500 Quadratmetern flexibel angeordnet sein sollen. Marcus Lehmann, Sprecher bei Colliers International, das Unternehmen, das für die Vermietung der Flächen verantwortlich zeichnet, zeigt sich begeistert vom neuen Standort: „Der B:HUB wird die kommende Adresse für Start-Up- und Firmenniederlassungen“, so seine Einschätzung. Die besonders gute Erreichbarkeit des Hauses, aber auch die Nähe zur Spree und zur Rummelsburger Bucht würde die Lage einzigartig machen.

Für ganz unterschiedliche Nutzer

Die Vermietung richte sich sowohl an Interessenten für Einzelbüros über Firmen mit „offenen Bürolandschaften“ bis hin zu Coworking-Spaces für mehrere kleine Einzelunternehmer, die sich größere Büroräume teilen können. Fast jede Mieteinheit werde über einen eigenen Balkon oder Außenbereich verfügen. Das Architektenbüro Barkow Leibinger plant das riesige Haus im inzwischen für Berliner Loft-Architektur charakteristischen Sichtbeton mit Keramik-Elementen, offenen Räumen und hohen Decken. Das Projekt ist neben dem Bau des benachbarten Wassererlebnisparks Coral World die vorerst letzte großflächige Veränderung an den Uferstreifen der Rummelsburger Bucht. Im Jahr 1990 wohnten hier gerade einmal 350 Menschen – heute sind es 4.000. Aus den Industriebrachen von damals hat sich damit einer der attraktivsten und auch gefragtesten Wohn- und Gewerbestandorten im östlichen Stadtraum entwickelt.

Meinungen gehen auseinander

Kritiker sprechen vom Verkauf naturnaher Erholungsflächen – andere Stadtplaner von der Erschließung des ehemals durch Industrieabfälle stark belasteten Gebietes. Lichtenbergs Stadträtin für Stadtentwicklung, Birgit Monteiro (SPD), hatte unlängst in einem Interview mit der RBB-Abendschau auch einige Vorteile der Entwicklungen an der Bucht aufgezählt. „Immerhin sind dadurch in den vergangenen Jahren auch 70 Millionen Euro zur Beseitigung der industriellen Altlasten und zur Sanierung des Rummelsburger Sees investiert worden“.

Text: Stefan Bartylla, Foto:Colliers International Berlin

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