Grundschule temporär geschlossen

Bei Reinigungsarbeiten in der Carl-Kraemer-Grundschule wurden Baumängel entdeckt.

Dass der Keller und einige andere Räume der Carl-Kraemer-Grundschule von Schimmel befallen wurden, ist seit Ende letzten Jahres bekannt. Bei den entsprechenden Reinigungsarbeiten wurden nun aber weitere Baumängel deutlich. Bei der Begehung der von Schimmel befreiten Unterrichtsräume fiel auf, dass die Deckenverkleidungen an einigen Stellen schief hingen und die Aufhängungen sich gelöst hatten. Im ersten Stockwerk wurde außerdem ein Riss in der Decke ausgemacht. „Erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu“, kommentierte Schulstadtrat Carsten Spallek (CDU) die jüngsten Entdeckungen in der Schule in der Zechliner Straße. „Eine Aufrechterhaltung des Schulbetriebs war dadurch nicht mehr möglich“.

Schule gesperrt

Die Schule wurde deshalb vor wenigen Tagen gesperrt, die Schüler an andere Schulen ausgelagert. Bis zum 6. April soll diese „temporäre Schließung“ abgeschlossen sein. Bis dahin werden zwölf Klassen in einem modularen Ergänzungsbau (MEB) in der Chausseestraße/ Ecke Boyenstraße untergebracht. Sieben Klassen werden in der Brüder-Grimm-Schule in der Tegeler Straße unterrichtet und vier in der Rudolf-Wissell-Grundschule. Der MEB soll einmal Teil einer neuen Grundschule in der gerade gebauten Europacity werden und vorher der Humboldthain-Schule als Zusatzbau dienen. Die braucht den zusätzlichen Platz aber erst ab dem kommenden Schuljahr.

Sanierung nötig

Jetzt wird getestet, ob der Riss Auswirkungen auf die Statik hat. Außerdem werden die Decken saniert und die Schimmelbeseitigung vorangetrieben. Bereits im Herbst wurden in der Schule Messungen auf möglichen Sporenbefall durchgeführt. Damals wurde zunächst im Kellergeschoss Schimmel entdeckt, das Betreten der Räume sofort untersagt. In den kommenden Wochen könnten aber dennoch aus dem, teilweise als Bastelraum und Werkstatt genutzten Keller, kontaminierte Möbel und Gegenstände in andere Räume gelangt sein.

Mehr Schimmel

Später wurden deshalb auch Sporen in der Mensa, der Sporthalle und in der Lehrerinnentoilette entdeckt. Auch die Treppenhäuser A und C sowie der Computerraum waren betroffen und wurden gesperrt. Eltern und Kinder wurden direkt von der Schulleitung über den Befall informiert und entsprechende Reinigungsarbeiten eingeleitet. Schnell wurden dann auch Mensa und Turnhalle wieder freigegeben. Der Keller blieb zwar weiterhin gesperrt, dennoch hofften Schule und Bezirk, die Arbeiten schnell zu einem Ende führen zu können. Durch die entdeckten Baumängel wird es aber noch mindestens drei Monate dauern, bis die Schüler wieder in ihrem gewohnten Umfeld im Norden Weddings unterrichtet werden können. Das Entdecken weiterer Mängel sei möglich.

Hoher Sanierungsbedarf

Der Fall der Carl-Kraemer-Grundschule ist nur einer von vielen im Bezirk. In diesem Jahr will Mitte deshalb in zahlreiche marode, sanierungsbedürftige Schulen – vorrangig in Grundschulen – investieren.

Text: Katja Reichgardt, Bild: (Symbolbild), imago/Rolf Zöllner

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