Eine neue Tram für Adlershof

Strecke nach Schöneweide soll Lücken im Nahverkehr schließen.

Dieser Lückenschluss dürfte den Fahrgästen im Berliner Osten besonders gefallen. Seit dem Jahr 2015 plant die BVG den Weiterbau der 2,6 Kilometer langen Tram-Strecke auf der Trasse zwischen der jetzigen Tram-Haltestelle an der Karl-Ziegler-Straße und dem S-Bahnhof Schöneweide. Läuft alles nach Plan, könnten bereits ab dem Jahr 2020 Tram-Züge aus Richtung Falkenberg und Karlshorst per M17, aus Mahlsdorf mit der Linie 63 und aus Rahnsdorf per 61er am ehemaligen Flugfeld Johannisthal entlang rollen und damit auch echte Zubringerverbindungen in Richtung BER darstellen.

Schneller Baustart ist geplant

Bis Ende 2019 sollen dazu alle Bauplanungen abgeschlossen sein und die ersten Bagger ab Anfang 2020 die Schaufeln schwingen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 könnten dann die ersten Züge rollen. Schätzungen der BVG nennen bis zu 12.400 Fahrgäste, die die Tram-Züge auf dem neuen Streckenabschnitt nutzen könnten. Sollte sich diese Prognose bestätigen, wären die für den Trassenbau veranschlagten Kosten von 16,5 Millionen Euro geradezu ein Schnäppchen. Projekte mit ähnlichen Streckenlänge, wie die Erweiterung der U-Bahnlinie 5 Unter den Linden kosten im Allgemeinen ein Vielfaches.

Wendeschleife wird abgebaut

Auf dem neuen Streckenabschnitt sind fünf neue Haltestellen in durchschnittlichen Abständen von rund 500 Metern geplant. Die bislang genutzte Wendeschleife an der Karl-Ziegler Straße soll abgebaut werden. Stattdessen soll an dieser Stelle eine sogenannte Kehranlage gebaut werden, die den Einsatz von Zweirichtungsfahrzeugen ermöglicht. Die Schienen sollen größtenteils auf Rasenflächen verlegt werden – auf dem Groß-Berliner Damm wird die Trasse über den Mittelstreifen führen.

Pläne können eingesehen werden

Mitte März werden zu diesem Projekt alle bislang gefertigten Unterlagen für ein Planfeststellungsverfahren im Rathaus Köpenick öffentlich ausgelegt sein. Bürger können dann die Details zu dem Vorhaben einsehen und auch Einwände gegen das Projekt dort hinterlassen. Darüber hinaus ist die Veröffentlichung der Unterlagen im Internet vorgesehen.

Neubau verspricht große Potenziale

Senat, Bezirk und BVG versprechen sich von der Einrichtung des zusätzlichen Streckenabschnittes insbesondere auch eine weitere Erschließung des Entwicklungsgebiets Johannisthal mit dem Technologiepark Adlershof einschließlich der sich neu entwickelnden Gebiete entlang des Groß-Berliner Damms. „Am S-Bahnhof Adlershof wird es damit eine optimale Umsteigeverbindung zum Flughafen BER geben“, heißt in einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Neubaustrecke schließe dabei eine Lücke im vorhandenen Straßenbahnnetz, so dass zukünftig schnelle, direkte Verbindungen mit dem bezirklichen Oberzentrum Köpenick sowie der starken Nord-Süd-Tangente nach Karlshorst, Lichtenberg und Hohenschönhausen angeboten werden.

Mehr Infos zum geoplanten Streckenbau gibt es bei der Senatsstelle für Umwekt, Verkehr und Klimaschutz.

Text: Stefan Bartylla, Bild: SENUVK

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