Neuer WBS ist noch Zukunftsmusik

Passende Wohnungen zum neuen neuen Schein müssen erst noch gebaut werden.

Diese Nachricht klang vielversprechend für viele Berliner, die sich mit mittleren Einkommen jetzt Hoffnungen auf den Erhalt eines Wohnberechtigungsschein (WBS) machten.

WBS für eine neue Zielgruppe

Busfahrern, Polizisten oder Krankenschwestern, die bislang zu viel verdienten, um einen Wohnberechtigungsschein (WBS) beantragen zu können, sollen damit die Möglichkeit erhalten, speziell subventionierte Neubauwohnungen für anfänglich acht Euro je Quadratmeter mieten zu können. Mit der zum 1. Januar 2018 eingeführten neuen WBS-Regelung darf das monatliche Nettoeinkommen bei Ein-Person-Haushalten den Betrag von 1.800 Euro und bei Zwei-Personen-Haushalten 2.700 Euro nicht überschreiten. In Drei-Personen-Haushalten mit einem Kind wurde die Obergrenze dafür bei 3.340 Euro festgelegt. Bislang gab es den Wohnberechtigungsschein nur für untere Einkommensgruppen. Und dieser Berechtigungsschein galt die Regelung ausschließlich für die Anmietung von Sozialwohnungen bei einem Quadratmeterpreis von 6,50 Euro.

Hier gibt es noch einen  Haken

Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Rein theoretisch könnten mit dieser Neuregelung der Einkommensgrenzen laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ab sofort bis zu 867.000 Berliner diesen WBS beantragen. Noch gibt es aber zu wenige Wohnungen für das niedrigere und nächst höhere Preissegment. Deshalb wird dieses neu aufgelegte Programm wohl auch in nächster Zukunft nur mäßig genutzt werden.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilte jetzt mit, dass es zwar geplant sei, jährlich bis zu 3.000 Wohnungen mit diesem Maßnahmenpaket zu fördern, räumte jedoch ein, dass aktuell lediglich um die 300 dieser Wohnungen für die Anwendung der Neuregelung in ganz Berlin zur Verfügung stünden.

Logistische Probleme könnten folgen

Für Mieter heißt das: Noch ist der neue WBS-Schein für mittleres Einkommen mehr ein Muster ohne Wert. Sollten die Häuser, für die der Schein genutzt werden kann, einmal zur Verfügung stehen, könnte der Erhalt über die Bezirksämter ein zeitraubendes Unterfangen bedeuten. Schließlich spart das Papier dann nicht nur eine Menge Geld, sondern ermöglicht die Anmietung attraktiver Neubauwohnungen

Text: Stefan Bartylla, Bild: Sen UVK

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