Spandau träumt von der Havelphilharmonie

Kulturhaus braucht mehr Platz für Künstler und Besucher / Machbarkeitsstudie in Arbeit.

Gerne würde Britta Richter, Leiterin des Kulturhauses Spandau, regelmäßig überregional bekannte Künstler in ihrer Einrichtung auftreten lassen. Doch das scheiterte in der Vergangenheit immer wieder am viel zu kleinen Saal. „Wie soll ich ein gutes Honorar zahlen, wenn nur eine überschaubare Menge an zahlenden Gästen Platz findet?“, sagt sie. Das Kulturhaus platzt aus allen Nähten. In einer Machbarkeitsstudie wird jetzt geprüft, was gegen den chronischen Raummangel getan werden soll.

Neue Heimat

Eine Option ist ein Anbau auf dem angrenzenden Parkplatz. Dafür stünden Mittel aus dem Förderprogramm „städtebaulicher Denkmalschutz“ bereit. Eine andere Variante sieht vor, einen Neubau auf dem benachbarten Grundstück an der Havel zu errichten, wo sich derzeit ein baufälliger Seniorenclub befindet, der ebenfalls mit knappen Raumkapazitäten kämpft. Dieser könnte eine neue Heimat im jetzigen Kulturhaus finden. Ergebnisse der Studie werden frühestens Ende April erwartet, so Richter.

Seit 1987 finden Lesungen, Konzerte, Kindertheater und Kurse im Kulturhaus Spandau statt. 144 Plätze hat der Saal. Stehen im Sommer größere Veranstaltungen an, weicht das Kulturhaus auf die Freilichtbühne an der Zitadelle aus. Dort stehen 600 Plätze zur Verfügung. Auch der Gotische Saal wird regelmäßig genutzt.

Doch Richter wünscht sich einen leistungsfähigen Standort unter eigener Regie. Sie macht keinen Hehl daraus, dass sie die Neubauoption bevorzugen würde. In Zeitungsberichten machte bereits der Begriff „Havel-Philharmonie“ mit einem Platzangebot für rund 500 Menschen die Runde. Richter spricht lieber etwas bescheidener vom „Havelsaal“. Wenngleich sie damit große Erwartungen verbindet. „Ein attraktiver Kulturstandort am Wasser ist eine tolle Idee, so etwas fehlt bislang in Spandau“, sagt sie über den ursprünglich vom Altstadtmanagement ins Spiel gebrachten Plan. Ein Kulturhaus am Wasser könnte sogar ein Anziehungspunkt für ganz Berlin sein, auch wegen der guten Verkehrsanbindung.

Schwierige Akustik

„Fest steht: So wie es ist, kann es nicht bleiben“, sagt Richter über den gegenwärtigen Standort. Nicht nur der kleine Saal, der zum Beispiel Proben erschwere, sei ein Problem. Hinzu kommen Schwierigkeiten mit der Akustik bei Livekonzerten, aber auch Nutzungskonflikte mit dem ebenfalls im Haus untergebrachten Kino. Zudem sei das Gebäude im Inneren sehr verschachtelt und es fehle an einem angemessenen Foyer. „Wenn es voll wird, warten die Gäste auf der Treppe“, berichtet sie. Darüber hinaus müssten Fahrstuhl und Toiletten saniert werden.

Text: Nils Michaelis, Bild: Chris Müller

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