Und täglich wächst der Stau

Ausbau länderübergreifender Bahnprojekte sind in der Planung.

Immer wieder Stau auf der Landsberger Allee, der Frankfurter Allee und zähfließender Verkehr in den Verbindungsstraßen zwischen Marzahn, Hellersdorf, Hohenschönnhausen und Lichtenberg. Der zunehmende Pendlerverkehr bringt für die Berliner Ostbezirke spürbare Belastungen mit sich. Die derzeitige Baustellensituation an zahlreichen Verkehrsadern verstärkt das Problem dabei nur noch: An der Treskowallee wird gebaut, die Brücke auf der Rhinstraße wird saniert und auch die Landsberger Allee sorgt mit Großbaustellen für nervende Staufallen

Straßen beleiben dicht

Ein Konzept zur Entspannung der Situation ist auf Seiten der Politik wirklich nicht in Sicht. Immerhin verständigten sich die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg jetzt darauf, ab April die Kapazitäten im Bahnverkehr zu erhöhen. „In Marzahn-Hellersdorf gibt es noch viel Platz für Park and Ride-Möglichkieten zum Beispiel an den Endhaltestellen von U5 und S72“, sagt Jörg Becker, Verkehrsexperte beim ADAC. Selbst der Bau von Parkhäusern wäre weitaus günstiger, als die Straßen in Richtung Zentrum weiter zu ertüchtigen. Außerdem könnten in Hoppegarten-Birkenstein zusätzliche Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Beim Thema Park and Ride dürfe es schließlich nicht nur darum gehen, die Kapazitäten beiderseits der Stadtgrenze zu erhöhen. Die Nutzung von Parkhäusern müsse auch attraktiv sein. „Günstige Tarife, etwa in Kombination mit der Jahreskarte für die Bahn, würde mehr Menschen dazu bringen, ihr Auto abzustellen“, sagt der Verkehrsexperte.

Platzangebote ausweiten

Aber auch das Platzangebot auf den Bahnstrecken zwischen den Zielorten in Berlin und Brandenburg sollte dafür ausgeweitet werden. Nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung beider Landesregierungen Mitte März bekräftigten die Regierungschefs Woidke und Müller ihr Ziel, kurzfristig konkrete Verbesserungen dafür umsetzen zu wollen. Bereits zum April 2018 soll sich auf einigen Strecken durch eine Erhöhung der Kapazitäten die Situation bei den Pendlerverkehren entspannen. Weitere zusätzliche Regionalbahnen werden im Dezember 2018 und April 2019 aufs Gleis gesetzt. Bis 2022 sollen jährlich neun Millionen Euro für den Regionalverkehr zusätzlich ausgegeben werden. Geplant sind auch Investitionen von über eine Milliarde Euro auf allen Strecken.

Die Finanzierung soll über Bundesmittel erfolgen. Bereits ab April 2018 soll es Erleichterungen auf der Streckenführung Ostkreuz–Kostrzyn auf der Regionalbahnlinie 26 geben. Seit 2017 werden zu den Hauptverkehrszeiten weitere Fahrten in Doppeltraktion durchgeführt und im Laufe des Jahres 2018 sollen durch die Auslieferung bereits bestellter Fahrzeuge in der Hauptverkehrszeit auch mehrere Züge zwischen Berlin und Müncheberg (Mark) in Dreifachtraktion eingesetzt und damit die Kapazität von 280 auf 420 Sitzplätze erhöht werden.

Text: Stefan Bartylla /Nils Michaelis Bild: Imago / Bernd Friedel

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