Sitzen und Liegen mit Mies van der Rohe

Von Haus zu Haus – Möbel, Mobilien und Möglichkeiten

In Rahmen einer Kooperation zwischen dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Mies van der Rohe Haus werden anlässlich der Themenreihe „Mies – Sitzen und Liegen“ die von Ludwig Mies van der Rohe entworfenen Sitz- und Liegemöbel des Landhauses Lemke nun in einer Sonderpräsentation am Kulturforum gezeigt.

1984 übereignete Martha Lemke dem Kunstgewerbemuseum am Matthäikirchplatz eine Sammlung an Möbeln, die ursprünglich zur Erstausstattung des Landhauses Lemke in Alt-Hohenschönhausen gehörten, welches Ludwig Mies van der Rohe 1932 für das Ehepaar Lemke entworfen hatte. Auch an der Inneneinrichtung war der führende Architekt der Moderne und Direktor des Bauhauses gemeinsam mit Friedrich Hirz und seiner langjährigen Mitarbeiterin Lilly Reich beteiligt. Bedingt durch die geschichtlichen Ereignisse in der Nachkriegszeit – das Ehepaar Lemke wohnte nur bis 1945 dort – wurden Haus und Möbel schließlich voneinander getrennt.

Bild: Paul Schulz

Nun werden die Möbel aus dem Nachlass Martha Lemkes in der Designsammlung des Kunstgewerbemuseums im Rahmen einer Sonderpräsentation gezeigt, darunter ein Liegesofa aus dem Damenzimmer, ein Schreibtischstuhl aus dem Arbeitszimmer sowie zwei verschiedene Varianten von lederbezogenen Holzhockern. Der Stil des Mobiliars zeichnet sich durch eine reduzierte Formgebung aus; Makassar- und Zitronenholz sowie helle Lederbezüge verleihen dem Interieur eine luxuriöse Note.

Die Möbel werden mit einer eigens entstandenen Serie des Berliner Fotokünstlers Michael Wesely (*1963) in Szene gesetzt. Für „Doubleday. Mies van der Rohe Haus (1933-2018)“ hat Wesely historische Schwarzweiß-Fotografien der Innenausstattung des Hauses Lemke mit aktuellen Aufnahmen des Gebäudes zu einem Bild verschmolzen.

Bild: René Müller

Die Ausstellungs-, Symposiums- und Veranstaltungsreihe „MIES – SITZEN UND LIEGEN“ veranstaltet das Mies van der Rohe Haus 2018 zur Einstimmung auf das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum 2019. Die Reihe beleuchtet praktische, ästhetische und kulturtheoretische Aspekte des Sitzen und Liegens vor dem Hintergrund des Beitrages eines der größten Architekten des 20. Jahrhunderts.

Text: Redaktion Bilder: WikimediaCommons/Manfred Brückels

 

WEITERSAGEN