Die süßeste Nase im gesamten Tierpark

Deutschlands erste Geburt bei den Langschwanz-Tamanduas

Ein langes Näschen schiebt sich vorsichtig aus dem dichten Fell von Ameisenbärin Anna und lugt nur für wenige Sekunden hervor, bevor es sich schnell wieder in die Geborgenheit von Mamas flauschigen Armen zurückzieht. Im Affenhaus des Tierpark Berlin ereignete sich Anfang April eine kleine Sensation: Berlins erstes Langschwanz-Tamandua Jungtier kam hier zur Welt – immerhin die erste Geburt eines solchen Tieres in ganz Deutschland.
Besonderer Schatz. „Diese Unterart der Ameisenbären ist in Zoologischen Gärten sehr selten“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Wir freuen uns sehr über diesen besonderen Neuzugang. Noch hütet die Mutter ihren Nachwuchs wie einen ganz besonderen Schatz. Besucher müssen Glück und Geduld mitbringen, um das Kleine zu entdecken.“

Getrennte Wohnungen

Die beiden Eltern Anna und Arthur kamen 2013 aus dem südamerikanischen Guyana in den Tierpark Berlin. Während Mutter Anna mit ihrem Nachwuchs mit sechs Silberäffchen – die derzeit ebenfalls niedlichen Nachwuchs haben – in einer Wohngemeinschaft im Affenhaus lebt, wohnt das zweite Tamandua-Weibchen Inti zusammen mit Vater Arthur im Dickhäuterhaus. Im Herbst 2017 konnten die Tierpfleger beobachten, dass Arthur und Anna sich gepaart haben, sechs Monate später erblickte der kleine Ameisenbär das Licht der Welt.

Abwarten angesagt

„Eine erste tierärztliche Untersuchung des Jungtiers wird es erst in rund vier Monaten geben, wenn es nicht mehr am Bauch seiner Mutter klammert und selbstbewusster ist“, erklärt Tierarzt Andreas Pauly. „Bis dahin stören wir Mutter und Jungtier nicht. Dass uns überhaupt ein Foto gelungen ist, war ein großer Glücksfall.“ Obwohl Mutter und Jungtier momentan fast den gesamten Tag verschlafen und nur gelegentlich ihre Schlafposition ändern, konnten die Tierpfleger in der letzten Woche beobachten, dass das Jungtier schon gut gewachsen ist und die Aufzucht bisher problemlos verläuft.

Leben auf Bäumen

Tamanduas leben in den Regenwäldern Südamerikas und sind mit dem Großen Ameisenbären verwandt. Während der Verwandte eher bodenbewohnend ist, bevorzugen die Tamanduas das Leben in den Bäumen und können dank ihres kräftigen Greif-schwanzes hervorragend klettern. Auf ihrem Speiseplan stehen Ameisen, Termiten, Bienen und Früchte.

Text: Redaktion, Bild: Tierpark Berlin

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