Ausstellung zeigt das leuchtende Gedächtnis der Welt

Im Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg sind einzigartige Aufnahmen aus Grönland zu sehen.

Einzigartige Aufnahmen des internationalen Fotokunst- und Filmprojekts „Stella Polaris Ulloriarsuaq“ sind ab dem 26. April im Willy-Brandt-Haus zu sehen. Im Mittelpunkt steht das verschwindende Eis Grönlands. Im Grenzbereich der Fotografie und unter extremen Bedingungen für Mensch und Material gelangen der Initiatorin und Fotografin Nomi Baumgartl, dem Fotografen Sven Nieder, dem Filmemacher Yatri N. Niehaus und der grönländischen Koordinatorin Laali Lyberth noch nie dagewesene Aufnahmen.

Licht-Bilder

Auf zwei Expeditionen Ende 2012 und Anfang 2013 hielten sie unter den Polarlichtern am Himmel den Wandel des einst ewig erscheinenden Eises fest. Zusammen mit den Einwohnern Grönlands wurden Eisberge und Gletscher im wahrsten Sinne des Wortes „fotografiert“ also „mit Licht gemalt“. In Langzeitbelichtungen entstanden Fotokunstwerke dieser Lichtmalereien und äußerst beeindruckende Filmaufnahmen über das Projekt und seine Lichtbotschafter. Bei zeitweise minus 40 Grad Celsius mussten Mensch und Technik über ihre Grenzen hinausgehen. Im Februar 2013 kehrte das Team zurück, um weitere Orte zu fotografieren und die dramatische Veränderung, die sich über nur drei Wintermonate vollzog, zu dokumentieren. „Egal was wir tun – alles hat eine Auswirkung irgendwo auf der Welt. Das ist die Botschaft, die in diesem Projekt steckt“, fasst Sven Nieder zusammen.

Schamanen-Zermemonie

Zur Eröffnung am 26. April um 19.30 Uhr reden Gisela Kayser, Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin Freundeskreis Willy-Brandt-Haus, die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (MdB), Prof. Dr. Michael Rast von der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Einführung nebst Zeremonie übernimmt der grönländische Schamane und Mentor des Projektes Angaangaq Angakkorsuaq. Die Ausstellung, die vom Freundeskreis Willy-Brandt-Haus präsentiert wird, ist vom 27. April bis 1. Juli zu sehen, immer dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, für den Zugang zum Willy.-Brandt-Haus ist ein Ausweis nötig.

Text: Redaktion/Bild: Bild: Nomi Baumgartl

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