WCMX: Rollstuhl-Skaten zum Anschauen und Mitmachen

Am 5. Mai ist WCMX-Weekend in der Skatehalle Friedrichshain

Wenn Skater auf vier Rädern über Rampen springen, Geländer entlang gleiten, bei hoher Geschwindigkeit waghalsig erscheinende Drehungen vollführen oder Sprünge über Treppen hinweg sicher landen, dann staunen und jubeln die Zuschauer. Ganz besonders dann, wenn die Sportler all das im Rollstuhl sitzend vollführen.

Noch ist Wheelchair Skating ein ungewohnter Anblick in deutschen Skateparks und –hallen. Eine von wenigen Ausnahmen ist die Friedrichshainer Skatehalle, wo der Verein „Drop in“ mit regelmäßigen Workshops daran arbeitet, die junge Sportart bekannter zu machen – und gleichzeitig das Bild von Menschen im Rollstuhl nachhaltig zu verändern. Im Rahmen des „WCMX Weekend“ können Zuschauer am 5. Mai von 15 bis 18 Uhr bestaunen, was diese Sportart so faszinierend macht, und sie auch selbst ausprobieren.

Vorbild „Wheelz“

Als Erfinder der Sportart darf man wohl den US-Amerikaner Aaron „Wheelz“ Fotheringham betrachten, der als Teenager eigentlich nur das Gleiche wie sein Bruder tun wollte: Die Rampen eines Skateparks herunterrasen. Zwar tat der Bruder das mit dem BMX-Rad, doch Aaron störte das wenig, und auch wenn er seine ersten Rollstühle schnell schrottreif gefahren hatte, ist er heute das Vorbild einer ganzen Sportszene. An so waghalsige Tricks wie er traut sich keiner. Auch wenn er sich in Interviews eher bescheiden und überzeugt zeigt, dass bestimmt auch andere Kids schon die gleiche Idee hatten, so hat er jedenfalls den Begriff „WCMX“ geprägt, der für „Wheelchair Motocross“ steht.

Die Weltspitze zu Gast

Auch David Lebuser hat sich von „Wheelz“ einst inspirieren lassen. Der Dortmunder ist inzwischen unter den Spitzen-WCMXern vorne mit dabei und hat sich bei den letzten Meisterschaften weltweit in der Top Drei platzieren können – zum zweiten Mal. Der Rollstuhlskater ist einer der wenigen Profi-Sportler der Szene. Außerdem bringt er anderen bei, wie man sich mit dem Rollstuhl in einem Skatepark bewegt. Mit dem Verein Drop In arbeitet er schon eine ganze Weile zusammen – den ersten WCMX-Workshop in Friedrichshain hat er vor rund zwei Jahren selbst geleitet. Die Treffen des „WCMX goes Berlin“-Projekts finden inzwischen alle zwei Wochen statt. „WCMX zeigt klar und deutlich, wie man mit Rollstuhl sportlich aktiv sein und Spaß haben kann“, so Linda Ritterhoff vom Projekt. „Wir überraschen damit viele Menschen, und das ist gut so, auch wenn wir hoffen, dass das irgendwann nicht mehr nötig sein wird.“

Ausprobieren erwünscht

Beim WCMX-Weekend am 5. Mai, dem europäischen Tag der Inklusion, und am 6. Mai, sind Interessierte, Anfänger und Fortgeschrittene jeden Alters gleichermaßen eingeladen, im Friedrichshainer Skatepark am Helsingforser Platz vorbeizukommen und mitzumachen. Übrigens auch dann, wenn sie ansonsten Fußgänger sind. Sportgerät samt Schutzhelm wird bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Am 6. Mai nimmt die WCMX-Karawane dann den Lindenpark j.w.d. in Potsdam in Beschlag. Dort gibt es von 15 bis 17 Uhr einen Workshop mit Daniel Lebuser geben. Hierzu sind Anmeldungen per E-Mail nötig. Die Adresse dazu gibt’s auf der Webseite von Drop In.

Text: Oliver Schlappat, Bilder: Drop In e.V.

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