Mehr Begegnungen möglich machen

Lichtenberg richtet Aktionswoche zum Thema Inklusion aus.

Am 9. Mai lädt Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zum Kiezspaziergang unter dem Motto: „Wie inklusiv ist mein Kiez?“ ein. Los geht es um 10 Uhr an der Kita Hafenstadt, Matenzeile 26A. Die Kitakinder haben ein kleines Kulturprogramm vorbereitet. Um 10.40 Uhr informiert die Howoge zu barrierefreiem beziehungsweise barrierearmem Wohnen am Mühlengrund im Bereich Rüdickenstraße 33 und Rothkamp 2. Es folgt ein Besuch der betreuten ambulanten Jugend-Wohngemeinschaft in der Matenzeile 23 sowie der Besuch einer Musterwohnung der Genossenschaft „Neues Berlin“. Der Spaziergang endet um 11.40 Uhr im Kreativhaus 360 Grad, Prerower Platz 10, in Hohenschönhausen.

Auch in diesem Jahr hat der Bezirk Lichtenberg wieder ein großes Programm auf die Beine gestellt, um mit seiner Woche der Inklusion vom 3. bis zum 9. Mai Möglichkeiten der Begegnung anzubieten. Das Motto der diesjährigen Aktionswoche lautet „Alltag inklusive“ und ist als ein Auftrag gemeint, der an alle Menschen im Bezirk gerichtet ist, damit Barrierefreiheit nicht nur als Schlagwort in den Diskussionen stehenbleiben.

Gemeinsames Leben

Detlef Schmidt-Ihnen, der Vorsitzende des Bürgervereins Hohenschönhausen und Mit-Initiator der diesjährigen Aktionswoche ist selbst Vater eines behinderten Sohnes, der auf externe Hilfe in allen Alltagsbereichen angewiesen ist. „Bei der Inklusionswoche geht es darum, weiterhin Grundlagen zu schaffen, die gemeinsames Leben von behinderten und nichtbehinderten Menschen möglich machen“, sagt Schmidt-Ihnen, der sich während seiner Zeit als Direktor des Barnim-Gymnasiums stets für ein inklusives Miteinander von behinderten und nicht behinderten Schülern auch an seiner Schule eingesetzt hat.

„Es ist immer noch so, dass nur 20 Prozent aller geistig behinderten Menschen kontinuierlichen Kontakt zu ’Normalos’ im normalen Alltag haben“, bedauert der Pädagoge. Für einen Großteil dieser Menschen laufe das Leben betreut in Werkstätten, gesonderten Schulen und separaten Wohngemeinschaften ab. „Wir sind also noch weit davon entfernt, uns als eine inklusive Gesellschaft bezeichnen zu dürfen“, weiß Schmidt-Ihnen. Die Inklusionswoche solle dazu beitragen, Begegnungsräume zu schaffen und gegenseitige Informationen zur Verfügung zu stellen.

„Beim Thema Inklusion sprechen wir schließlich auch über den Umgang mit Menschen mit Migrationshintergrund“, so der ehemalige Direktor: „Wenn wir nicht mit Mitteln der Sozialarbeit auch diese Menschen in unser Leben integrieren, wird uns das daraus resultierende Problem eines Tages auf die Füße fallen. Wir müssen uns mit diesen Gegebenheiten befassen, sonst produzieren wir die Gefährder unserer Gesellschaft selbst“, erläutert Detlef Schmidt-Ihnen.

Vielfältiges Programm

Highlights der diesjährigen Inklusionswoche sind die Veranstaltungen zum Thema Wohnen, Mobilität und Ausbildung. Am 5. Mai startet um 14 Uhr am Nollendorfplatz der Demonstrationszug zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der mit einer Kundgebung am Breitscheidplatz endet. Ein weiterer Höhepunkt ist die Gestaltung eines Mosaiks in der Jugendkunstschule Lichtenberg am 4. Mai. Das Ergebnis dieser Arbeit wird im Juni im Theater an der Parkaue präsentiert. Programm-Überblick online.

Datum: 29. April 2018 Text: Stefan Bartylla Bild:Thinkstock/Rawpixel

 

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