Mehr Geld für marode Polizeiwachen

BIM stellt Pläne für die Berliner Polizeiliegenschaften vor.

Sie wollen die „wachsende Metropole fit für die Zukunft machen“. Das gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die sich die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) auf die Agenda für die kommenden Jahre gesetzt hat. Die entsprechenden Pläne stellte das Unternehmen jüngst in einer Pressekonferenz vor. Die Berliner Polizeiwachen stellen dabei das größte Segment der BIM dar – mit rund 360 dringend sanierungsbedürftigen Gebäuden und einer Gesamtfläche von einer Million Quadratmetern. Laut Finanzstaatssekretärin Margaretha Sudhof (SPD) ist es auch ihr herausforderndstes Portfolio. „Ich bin aber zuversichtlich, dass die BIM diesen Anforderungen gerecht wird. Zeit- und Kostenbudgets wurden bisher bei allen Projekten eingehalten“.

Bereits umgesetzt

Umgesetzt wurden so bereits die Modulwache am Alexanderplatz oder die Polizeisporthalle in der Charlottenburger Chaussee. Aber es gibt noch einiges zu tun, der Sanierungsstau ist immens. „Das Land Berlin muss endlich liegengebliebene Dinge angehen“, erklärt Sudhof. Die Landesregierung hat dazu bereits das Baubudget von zuletzt 10,5 Millionen Euro im Jahr auf rund 37 Millionen Euro aufgestockt. Doch ob die Gelder auch wirklich verbaut werden können, ist fraglich. Immerhin können die Wachen nur im laufenden Betrieb saniert werden. Für die anstehenden Modernisierungen der Berliner Polizei wurde ein Sanierungsplan entwickelt, in dessen Rahmen zunächst die Arbeiten erledigt werden sollen, die die Sicherheit auf den Wachen gefährden. Alleine dafür sind 85 Millionen Euro eingeplant. In einem zweiten Schritt werden dann Sanierungen durchgeführt, die zum Gebäudeerhalt und zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften nötig sind.

Hoher Sanierungsbedarf

Hierfür müssen noch einmal rund 507 Millionen Euro aufgebracht werden. Geplant sind Sanierungen in den kommenden fünf Jahren unter anderem an der Polizeifachschule an der Spandauer Radelandstraße, an der Kruppstraße in Moabit, am Polizeikomplex (Charlottenburger Chaussee) und am Polizeiabschnitt 26 an der Rudolstädter Straße in Wilmersdorf. Neben den wichtigen Polizeiwachen-Sanierungen will die BIM mehr Raum für Kultur schaffen.

Mehr Kulturorte

So sollen unter anderem das Haus der Statistik und das Palais am Festungsgraben Orte für „soziale, wirtschafts- und umweltpolitische Interessen“ werden. In diesem Zusammenhang kündigte die Geschäftsführerin der BIM, Birgit Möhring, an, in Zukunft vermehrt auf Konzept- und Interessenbekundungsverfahren sowie auf eine verstärkte Nutzung des Erbbaurechts setzen zu wollen.

Transparenter Umgang

Im Sinne einer transparenten Liegenschaftspolitik des Landes Berlin sieht die BIM eine Abkehr von Verkäufen zum Höchstpreis vor, will sich stattdessen vermehrt auf den künftigen Bedarf der Immobilien fokussieren. Ein Wettbewerbsverfahren zum Palais am Festungsgraben läuft aktuell noch. Wer hier nach der Sanierung einzieht, wird sich noch 2018 entscheiden. Auch zu dem Verfahren rund um die Schöneberger Linse, einem Areal am Südkreuz, soll in diesem Jahr die Entscheidung fallen.

Text: Red/KR, Bild: imago/Bernd Friedel

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