Unfallzahlen in Marzahn-Hellersdorf auf hohem Niveau

Schwerpunkte befinden sich an den Hauptstraßen.

6.665 Mal krachte es bei Verkehrsunfällen im Jahr 2017 im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Während die Bilanz in 5.962 Fällen nur Blech- und Sachschaden auswies, wurden Menschen bei 487 Unfällen leicht und in 102 Fällen schwer verletzt – zwei Todesfälle gab es im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in Marzahn-Hellersdorf zu beklagen. Unfallverursacher waren zumeist PKW- und LKW-Fahrer. Erst danach folgten Radfahrer in jeweils rund 138 Fällen, Motorrad- und Mopedfahrer in 62 Fällen sowie Fußgänger bei 56 Unfällen.

Tendenz steigend

Der Marzahn-Hellersdorfer Abgeordnete der Linken, Kristian Ronneburg hatte Anfang des Jahres diese Zahlen bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport angefragt. Besorgniserregende Tendenz dazu: Um rund fünf Prozent stieg die Zahl der Verkehrsunfälle in Marzahn-Hellersdorf im vergangenen Jahr an. Satte zehn Prozent mehr Unfälle geben die Statistiken im Vergleich zum Jahr 2012 an. Richtig gefährlich war es für Kraftfahrer, Radler und Fußgänger immer wieder an den größeren Kreuzungsbereichen der Hauptverkehrsstraßen im Bezirk.
Vorneweg mit gleich 80 Unfällen rangiert die Kreuzung Rhinstraße / Landsberger Allee, gefolgt von der Kreuzungssituation in Alt-Biesdorf am Übergang zur Köpenicker Straße und dem Blumberger Damm mit 65 Unfällen. Aber auch alle anderen Kreuzungen an den großen mehrspurigen Magistralen im Bezirk sind für Fußgänger, Rad- und Autofahrer brandgefährlich: Die Allee der Kosmonauten, die Märkische Allee, die Raoul-Wallenberg Straße und immer wieder die Kreuzungen an der Landsberger Allee listet das Antwortpapier des Senats als unfallträchtigste Orte. An fast allen Unfallschwerpunkten sind Steigerungsraten im Vergleich zu den Vorgängerjahren festzustellen.

Die Analyse

Eine wichtige Angelegenheit, um die sich der Senat nun kümmern muss, findet Kristian Ronneburg. „Erklärtes Ziel der rot-rot-grünen Koalition ist die Umsetzung der „Vision Zero“, wonach Straßen und Verkehrsmittel so sicher zu gestalten sind, dass keine Verkehrstoten und Schwerverletzten mehr auftreten“, teilt er in einer Stellungnahme auf seiner Website mit. Dies sei im neuen Mobilitätsgesetz verankert. Um es umzusetzen, müssen deshalb weiter alle Maßnahmen ausgeschöpft werden. Ebenso gehöre dazu auch der Umbau unfallträchtiger Straßen- und Kreuzungsabschnitte. „Insbesondere die Entwicklung an einigen Abschnitten wie der Rhinstraße/Landsberger Allee und Alt-Biesdorf/Köpenicker Straße/Blumberger Damm macht mir Sorgen. Gemeinsam mit Bezirksamt, Senat und Polizei müssen auch in Marzahn-Hellersdorf unfallträchtige Kreuzungen und besondere Unfallschwerpunkte entschärft werden“, so Ronneburg.

Bildung hilft

Aber auch die Verbesserung in der Verkehrserziehung könnte eine wichtige Maßnahme bedeuten, um für mehr Sicherheit auf den Berliner und Marzahn-Hellersdorfer Straßen zu sorgen. Allein an dieser Stelle zeigten die Marzahn-Hellersdorfer Unfallzahlen einen positiven Trend: Die Zahl junger Menschen bis zu einem Alter von 25 Jahren, die als Unfallverursacher gemeldet wurden, ist in den vergangenen Jahren immerhin um rund ein Drittel gesunken.

Text: Stefan Bartylla, Bild: imago/Suedraumfoto

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