Ahrensfelde: Ortsumfahrung bleibt ausgebremst

Lärmschutzvarianten schieben Projekt in die Warteschleife.

Tagtäglich zwängen sich bis zu 30.000 Autos und Lkws aus dem Berliner Stadtgebiet über die Märkische Allee in Richtung Autobahnring. Abgase und Lärm gehören für die Ahrensfelder Anwohner hier zum Alltag und die langen Stau- und Wartezeiten nerven tausende Pendler. Bis vor wenigen Monaten schien eine Lösung für dieses Chaos in Sicht und die Umsetzung des Projektes der Ahrensfelder Ortsumfahrung auf einen guten Weg gebracht.

Das Land Brandenburg und der Berliner Senat konnten sich nach jahrelangem Hin und Her auf eine Streckenführung einigen. Entlang der Klandorfer Straße soll die Strecke durch einen 150 Meter langen „abgedeckelten Trog“ führen und wieder in die alte B 158 münden. Zehn Millionen Euro extra kostet diese schallgeschützte Verkehrslösung.

Kosten, die sich die Länder Brandenburg und Berlin teilen wollen. Allein der Bundesrechnungshof, der die erforderlichen Zusatzmittel für den Tunneldeckel zur Verfügung stellen würde, stellt sich quer und akzeptiert die Begleichung dieser Mehrkosten nicht. Ursprünglich waren statt des Schallschutzdeckels sechs Meter hohe Schallschutzwände entlang der Strecke vorgesehen. Proteste gegen diese von Bürgerinitiativen bezeichneten „Monsterwände“ hatten die teurere „Troglösung“ innerhalb des 45-Millionen-Projektes initiiert. Den Deckel will der Bund aber nicht zahlen und die gesamte Projektentwicklung gerät nun in Stillstand.

„Auch die Berechnung der Lärmemissionen ist ein Grund für die Differenzen zwischen dem Bund und den beteiligten Ländern“, erklärt der Berliner Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Die Grünen) in einer Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) im Abgeordnetenhaus.

Mit Verlagerung

Zwischenzeitlich sucht der Senat nun nach Ergänzungen, die dem Engpass in dem kleinen Stadtrandort zu mehr Verkehrsfluss verhelfen können. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht dabei besondere Möglichkeiten im Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs. Erste Ausbauvarianten sind dazu bereits in den vergangenen Jahren geschaffen worden: Die bisher in Lichtenberg endende Zugverbindung RB 25 wurde bis zum Bahnhof Ostkreuz verlängert, sodass Kunden aus dem Umland den Berliner S-Bahn-Ring umsteigefrei erreichen können.

Weiterhin wurde die Busvervindung nach  Ahrensfelde auf einen 20-Minuten-Takt verdichtet. Jetzt ist für den Schienen-Regionalverkehr ein weiterer Kapazitätsausbau vorgesehen: Für die RB 25 ist dabei der Einsatz von längeren Zügen geplant und auch eine Wiederinbetriebnahme der Strecke von Werneuchen über Tiefensee nach Wriezen kommt in Betracht. Bis die Umgehungsstraße mit oder ohne Deckel nun gebaut wird, tüfteln die Verkehrsplaner weiterhin und suchen nach Wegen, den Verkehrsknoten in Ahrensfelde entzerrt zu bekommen.

Text und Bild: Stefan Bartylla

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