Steigende Preise in der wachsenden Stadt

Auch bei den Kaufpreisen für Wohneigentum zeigt der Trend weiter nach oben

Im Februar sorgte das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) mit der Prognose, dass Berlin mit fallenden Immobilienpreisen zu rechnen haben, für Aufruhr. Die aktuellen Erhebungen für Berlin von McMakler, einer der wachstumsstärksten Immobiliendienstleister Deutschlands, zeigen jedoch keine Abkühlung im ersten Quartal 2018 bei den zum Kauf inserierten Wohnimmobilien gegenüber dem Vorquartal.

Im Gegenteil: Insgesamt nämlich steigen die Immobilienpreise in fast 80 Prozent der Stadtbezirke. Bei den Immobilien rund um den S-Bahn-Ring sind es sogar 90 Prozent. „Die aktuellen Preissteigerungen bei mehr als drei viertel der Berliner Bezirke zeigen, dass der Boom auf dem Immobilienmarkt auch im zehnten Jahr noch nicht vorbei ist. Von einem generellen Aufwärtstrend zu sprechen, wäre nach der Auswertung des ersten Quartals jedoch zu früh. Vielmehr schätzen wir, dass die Preise bald stagnieren werden, allerdings auf hohem Niveau“, schätzt Hanno Heintzenberg von McMakler die weitere Entwicklung ein

Starker Anstieg

Neukölln und Wedding gelten seit geraumer Zeit als Geheimtipp unter den Jungen, Studenten und Kreativen. Ein Zeichen, dass diese Quartiere immer attraktiver werden, sind die am stärksten steigenden Preise um 8,86 Prozent (Neukölln) beziehungsweise 8,63 Prozent (Wedding). Mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 4.166 beziehungsweise 3.235 Euro befinden sich diese Regionen allerdings noch im Mittelfeld des Rankings.

„Erkennbar ist, dass steigende Preise beziehungsweise ein generell hohes Preisniveau in Mitte und Kreuzberg deutliche Steigerungen im Wedding beziehungsweise in Neukölln verursachen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, zumal auch die Anzahl der angebotenen Immobilien in diesen Bereichen rückläufig ist“, bestätigt Heintzenberg.Angespannter Ruf.

Auffällig ist jedoch auch, dass die S-Bahn-Stationen der oben genannten Bezirke – Neukölln, Sonnenallee, Hermannstraße, Gesundbrunnen und Wedding – beim Ranking des S-Bahn-Rings im unteren Drittel rangieren. Allerdings liegen die Preise der Weddinger S-Bahn-Haltestellen Gesundbrunnen und Wedding über dem durchschnittlichen Immobilienpreis des Weddings.

Anders sieht es in Neukölln aus, wo die durchschnittlichen Marktpreise der drei betreffenden Haltestellen unter den Bezirks preisen liegen. Der angespannte Ruf der S-Bahn-Stationen Neukölln, Sonnenallee und Hermannstraße schlägt sich hier auf die Preise der unmittelbaren Umgebung nieder.

Leichte Abkühlung

Die teuerste Gegend ist mit durchschnittlich 5.923 Euro je Quadratmeter weiterhin Alt-Mitte. Dicht gefolgt von Tiergarten und Kreuzberg, wo Käufer derzeit 5.774 Euro beziehungsweise 5.128 Euro pro Quadratmeter für ein Haus oder eine Wohnung zahlen. Das ist ein Preisanstieg in Tiergarten um 6,41 Prozent, in Kreuzberg um 0,29 Prozent. In Mitte steigen die Preise um 2,42 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2017.

Eine leichte Abkühlung ist teilweise im Osten Berlins zu spüren. Die Preise in Weißensee, Köpenick und Marzahn sinken im ersten Quartal um 3,31, 2,43 und 2,57 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Günstig lässt sich Eigentum in Hellersdorf und Treptow mit 2.839 Euro beziehungsweise 2.802 Euro je Quadratmeter erwerben. Das Schlusslicht markiert in dieser Hinsicht Marzahn mit einem Durchschnitts-Marktpreisangebot von 2.768 Euro. Demnach kostet dort eine Wohnimmobilie durchschnittlich nur halb so viel wie in Mitte.

Die Datenerhebung von McMakler basiert auf einer Auswertung inserierter Kaufangebote für Häuser und Wohnungen (nur Bestandsbauten, Baujahr bis 2016) verschiedener Immobilienportale für das vierte Quartal 2017 und erste Quartal 2018.

Datum: 18.05. 2018. Text: Manfred Wolf, Bild: CG Gruppe/Fuchshuber

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