Mehr Platz für die Könige der Lüfte

Adlerschlucht eröffnet nach dreijähriger Bauzeit im Zoo Berlin.

Durch eine Schleuse gelangt man auf einen sandigen Weg zwischen üppiger Steppen-Vegetation. Von den meterhohen Felswänden plätschert ein Wasserfall. Über den Köpfen kreisen Geier. Kurze Zeit später steht man in einem nordischen Wald und beobachtet Eulen hautnah: herzlich willkommen in der Adlerschlucht im Zoo Berlin.

Umbau fertig

In den vergangenen drei Jahren wurden die Greifvogel-Anlagen des Zoo Berlin aufwendig modernisiert und umgebaut. Neben einer notwendigen Sanierung der historischen Felsen wurden dabei einzelne Volieren zusammengelegt und so komplett neue Anlagen geschaffen. Gleich neben dem schluchtartigen Eingang begrüßen die majestätischen Steinadler die Besucher. Das neue Herzstück des gesamten Bereichs bilden zwei begehbare Freiflug-Volieren. Die jeweils 800 Quadratmeter großen Netz-Anlagen beheimaten verschiedene Geier- und Eulen-Arten – wie Palmgeier und Schneeeulen – denen die Besucher in einer natürlich gestalteten Umgebung ungewohnt nah kommen können.

„Durch den großzügigen Umbau konnten wir nicht nur deutlich mehr Platz für unsere Greifvögel schaffen, wir haben gleichzeitig die Vegetation sowie Gestaltung der Anlagen an den natürlichen Lebensraum der jeweiligen Bewohner angepasst und die Volieren somit interessanter für Tier und Mensch gestaltet“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. Auch sind Gemeinschaftsanlagen entstanden, in denen Vögel aus der gleichen geografischen Region zusammengehalten werden konnten. Von einer Aussichtsplattform ist es Besuchern darüber hinaus ab sofort möglich, Geier in der Luft auf Augenhöhe zu beobachten.

Neue Innenanlagen

Neben den Außenvolieren wurden auch die Innenanlagen der Tiere hinter den Kulissen modernisiert und vergrößert sowie die Infrastruktur des Gebäudes erneuert. Die früheren 65 Volieren wurden zu 25 zusammengefasst. Die Außenanlagen erstrecken sich heute über knapp 2.000 Quadratmeter. Für die neugebauten Netz-Anlagen wurden rund 2.400 Quadratmeter Netz gespannt, das von 18 Stützpfeilern gehalten wird. Die Baukosten belaufen sich auf rund 3,65 Millionen Euro. Insgesamt leben in der Adlerschlucht 37 Vögel 15 verschiedener Arten (davon zehn Greifvögel, drei Eulen, ein Raben- und ein Hornvogel).

Text: Redaktion, Bild: imago/Hohlfeld

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