Mehr Gewalt in U-Bahnhöfen

Einziger Brennpunkt im Bezirk ist aber der Zoologische Garten.

Viel wurde in den vergangenen Monaten über die Sicherheit in den U-Bahnhöfen geredet. Nun belegen Zahlen des Senats, dass die registrierten Straftaten tatsächlich zugenommen haben in den letzten Jahren. Im Bezirk war der U-Bahnhof Zoologischer Garten 2017 Spitzenreiter, was Gewaltdelikte und andere Straftaten anbelangt. Im Vergleich zum Alexanderplatz wurden hier aber noch wenige Straftaten registriert. Hier kam es alleine im vergangenen Jahr zu 182 Körperverletzungen, 15 Fällen von Nötigung und sieben Sexualdelikten.

Wenig Brennpunkte

Am Zoo waren es rund 62 Gewaltdelikte, darunter 48 Körperverletzungen. Und auch an den meisten anderen U-Bahnhöfen in Charlottenburg-Wilmersdorf ist ein Anstieg an Straftaten erkennbar. Erfragt hat die aktuellen Zahlen der SPD-Politiker Sven Kohlmeier. Er sieht den Anstieg mit Sorge: „Die Zahlen zeigen auch deutlich, dass mehr Videoüberwachung nicht zu einem Rückgang der Straftaten führt. Sicherheit gibt es nur mit Personal auf den Bahnhöfen, so wie früher. Angesichts der guten Berliner Haushaltslage halte ich das auch für finanzierbar. Das Personal kann zudem Auskünfte erteilen, Fahrkarten verkaufen und Ansprechpartner sein. Und ein Lächeln ist vielleicht auch drin“, so der Abgeordnete.

Mehr Polizeipräsenz

Seit dem vergangenen Jahr gibt es unter anderem am Alexanderplatz eine Polizeiwache. Unterirdisch jedoch zeigen die Maßnahmen noch keine Wirkung. Etwas höher sind die Zahlen zudem an den U-Bahnhöfen Kurfürstendamm, Wilsmersdorfer Straße und Berliner Straße. Im berlinweiten Vergleich liegen diese aber immer noch im Durchschnitt. Auch hier wurden vorrangig Körperverletzungen aufgenommen, gefolgt von Diebstählen. Die BVG verweist in dem Antwortschreiben auf die seit 2011 durchgeführten gemeinsamen Einsätze mit der Polizei Berlin, auch zu Nachtzeiten sowie auf die an allen Bahnhöfen eingesetzte Videoüberwachung. Gleichzeitig relativiert sie die aktuellen Zahlen.

Sicherheit gewährleistet

Die seien zwar gestiegen, aber genauso sei die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen fünf Jahren um 64 Millionen gestiegen. Zudem werde alles getan, um die Sicherheit zu gewährleisten. „Durch die Betriebsleitstelle Sicherheit können 24/7 anlassbezogen einzelne relevante Schwerpunktbereiche der U-Bahn kontrolliert und Vorkommnisse gemeldet werden (hierbei kann auch gegebenenfalls in die Situation über Lautsprecheranlage eingegriffen werden)“. Zusätzlich finden weitere Maßnahmen wie Präventationsveranstaltungen und Informationsstände statt, teilt die BVG mit. Auch die S-Bahn, die ebenfalls befragt wurde, verwies in diesem Zusammenhang auf die berlinweite Videoüberwachung. Von ihr gab es keine detaillierte Übersicht über registrierte Straftaten. Sven Kohlmeier reichen die bereits durchgeführten Maßnahmen aber noch nicht.

Er vermutet, dass vor allem mehr Personal die Sicherheit in den U-Bahnhöfen erhöhen kann – und das nicht nur am Zoologischen Garten, sondern auch in den Randbezirken.

Datum: 4. Juni 2018, Text: Katja Reichgardt/Redaktion, Bild: imago/Jocjen Tack

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