Modellprojekt im Lieferverkehr

Pakete werden in Prenzlauer Berg Dank KoMoDo emissionsfrei zum Empfänger gebracht

Mal kurz für das Gebiet rund um den Tempelhofer Damm gedacht, ist das Pilotprojekt KoMoDo jetzt in Pankow an den Start gegangen. KoMoDo steht für Kooperative Nutzung von Mikro-Depots und hat sich in Form von mehreren Zelten und Depots unterhalb des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks direkt an der Tram-Wendeschleife Eberswalder Straße angesiedelt.

Erstmals nutzen mehrere Paketdienstleister einen innerstädtischen Umschlagplatz, der von dem neutralen Anbieter Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA) betrieben wird. An dem Modellprojekt beteiligen sich die Paketdienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS als Partner. Sie nutzen je einen Container als Umschlagspunkt für die Zustellung von Sendungen mit unternehmenseigenen Lastenrädern auf den letzten Kilometern.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Berlin und der Projektkoordinator, die LogisticNetwork Consultants GmbH, entwickelten das Modellprojekt gemeinsam mit den genannten Unternehmen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert.

Wichtiger Baustein

„Berlin ist mit dem Modellprojekt Vorreiter für den Einsatz von Lastenrädern auf der letzten Meile“, erklärte Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, während der feierlichen Eröffnung des Umschlagplatzes. „Mit dem Lastenrad kommen die Pakete sauber, sicher, leise und klimafreundlich zu den Kunden. Das ist ein Baustein für eine neue Mobilität in Berlin. Aber auch weit über Berlin hinaus wird das Projekt Erfahrungswerte für andere Kommunen liefern, wie der Lieferverkehr stadtverträglich gestaltet werden kann.“


Im Kreise der Fahrer: Umweltministerin Svenja Schulze (SPD, F.l.) und Senatorin Regine Günther (für Bündnis 90/Die Grünen)

Für die Lastenradzusteller der Paketdienstleister sind die Mikro-Depots während der einjährigen Projektphase Ausgangspunkt für die Auslieferung in das umliegende Liefergebiet. Dabei agieren die Unternehmen weiterhin eigenständig – von der morgendlichen Anlieferung der Sendungen in die Depots über die Zwischenlagerung bis hin zur anschließenden Auslieferung zum Endkunden.

Die Lastenradzusteller der Projektpartner werden täglich Geschäfts- und Privatkunden im näheren Umkreis „auf den letzten Kilometern“ emissionsfrei beliefern können. Dazu Marc Rüffer, Abteilungsleiter Vertrieb bei DHL-Paket: „DHL Paket liefert schon jetzt in Teilen Berlins Sendungen mit 40 StreetScooter-Elektrofahrzeugen leise und emissionsfrei aus. In der Zustellung per Lastenfahrrad sehen wir eine sinnvolle und auch attraktive Ergänzung für die Paketzustellung in einzelnen städtischen Bezirken.“

Dauerhafte Integration

Kooperative Flächennutzung für den effizienten Einsatz von Mikro-Depots. Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Lösungen für den Lieferverkehr in städtischen Gebieten zu entwickeln und zu erproben. Der Fokus liegt auf kooperativen und anbieteroffenen Lösungen, um die knappen innerstädtischen Flächen optimal zu nutzen. Die Erkenntnisse und Ergebnisse des Modellprojektes sollen helfen, Lerneffekte auch dauerhaft in die Geschäftsprozesse der Unternehmen zu integrieren. Außerdem liefert das Projekt Erfahrungswerte zur systematischen Übertragbarkeit des Modells auf andere Kommunen.

Datum: 9. Juni 2018 Text: Manfred Wolf Bild: SenVUK/Ralf Rühmeier

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