Sozialarbeiter für den Kurfürstenkiez

Straßensozialarbeit und mobile Toiletten geplant.

Fäkalien, Gewalt und Müll sind nur drei der vielen Punkte, die die Bewohner des vom Straßenstrich beeinträchtigten Kurfürstenkiezes bei einer kürzlich durchgeführten Befragung bemängelt haben. Der Bezirk will dagegen nun mit mobilen Toiletten angehen.

Gelder bewilligt

Das gab Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) bekannt. Der Hauptausschuss der Bezirksverordnetenversammlung hatte die entsprechenden Gelder erst vor wenigen Tagen freigegeben. „Jetzt können kurzfristig zwei mobile, aber solide Toiletten aufgestellt werden, die die Verunreinigung mit Fäkalien im Gebiet hoffentlich deutlich vermindern.“ Eine weitere Maßnahme, die den Kiez aufwerten soll, ist der Einsatz von Straßensozialarbeit. Wie diese gelingt, zeigt der Träger Olga, der seit einigen Jahren auf der Schöneberger Seite der Straße tätig ist. Dort bieten sie unter anderem Sprechstunden für Anwohnende sowie Projekte zum Schutz von Kinder- und Jugendeinrichtungen an. Die Ausweitung ihrer Arbeit auf die Tiergarten-Seite des Kiezes ist laut Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel bereits beschlossene Sache.

Neue Maßnahmen

„Das ist jetzt nicht nur in der BVV-Mitte Konsens, sondern auch mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg und dem Träger Olga so verabredet“, erklärt er die Maßnahme. Welche ergänzenden Maßnahmen darüber hinaus die Lebensqualität der Bewohner verbessern könnten, soll in den nächsten Wochen erarbeitet werden – nicht zuletzt nach Beratung mit dem zuständigen Polizeiabschnitt. In einer Anwohner-Umfrage vor wenigen Monaten gab ein Fünftel der Befragten an, dass sie ihre Freizeit lieber in anderen Ecken Berlins verbringen. Auch, wenn sich rund 80 Prozent in ihrer Wohnung wohlfühlen würden, so gebe es doch einige Störfaktoren. Nach Auswertung der 1.100 Antworten plädierte von Dassel für die Einrichtung einer Sperrzone für den dortigen Straßenstrich, räumte aber zeitgleich ein, dass er diese im Land Berlin kaum durchsetzen dürfte.
Änderungen kommen. Trotzdem solle sich die Situation sowohl für die Kiez-Anwohner als auch die Sexarbeiter vor Ort verbessern. Die beschlossenen Maßnahmen sollen dafür laut Stephan von Dassel nur ein erster Schritt sein.

Datum: 13. Juni, Text: Katja Reichgardt, Bild: Imago/Olaf Wagner

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