Neue Hoffnungen für das Hubertusbad

Zu seinem  90. Geburtstag soll neues Leben in das traditionsreiche Hubertusbad einziehen.

Seit fast dreißig Jahren schlummert das Hubertusbad seinen Dornröschenschlaf. Kurz nach der Wende kam es im damals schon stark sanierungsbedürftigen Bad zum Bruch der Hauptwasserleitung – Einstellung des Badebetriebs und Schließung waren damals die Folge. Das Bad öffnete seitdem nicht wieder und verfiel in den vergangenen drei Jahrzehnten zunehmend. Alle Versuche, die Badehallen auch mit neuen Nutzungskonzepten wieder zu eröffnen, scheiterten – Denkmalschutz, notwendiges Investitionsvolumen und letztendlich der enorme Sanierungsbedarf verhinderten die avisierten Projekte.

Weiter im Senatsbesitz

Vor zwei Jahren fiel die Entscheidung, dass das Stadtbad Lichtenberg im Landeseigentum verbleibt. Seitdem ist die senatseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) damit beschäftigt, um über die zukünftige Nutzung des Bades zu sprechen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden Möglichkeiten der Nachnutzung mit dem Ergebnis untersucht, dass bereits im nächsten Jahr Teile des Bades für Eventvermietung und kleinere Ausstellungen geöffnet werden können. Schon in den nächsten Wochen werden dazu notwendige Sicherungsmaßnahmen im Außenbereich starten. Danach werden eines der Schwimmbecken und der Foyer Bereich hergerichtet. Dazu müssen nicht zugängliche Bereiche abgesperrt, ein barrierefreier Zugang gewährleistet und ein Brandschutzkonzept erstellt und umgesetzt werden. Auch für Sanitäreinrichtungen wird gesorgt.

Viele Erinnerungen sind mit dem Bad verbunden

„In der Vergangenheit ließen sich der Erhalt des Denkmals und die Interessen potentieller Investoren nicht in Einklang bringen. Jetzt sehen wir eine Perspektive, das Bad bald der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ein langfristiges Nutzungskonzept zu entwickeln, welches der Stadt und dem Gebäude gerecht wird“, so Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM, zu den aktuellen Entwicklungen im Hubertusbad. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zeigt sich ebenfalls sehr erfreut über die jüngsten Resultate: „Unzählige Berliner, darunter auch ich, verbinden mit diesem Schwimmbad wertvolle Erinnerungen. Uns allen schmerzte der Leerstand dieses historischen Juwels. Deshalb bin ich sehr glücklich über die derzeitige Entwicklung. Besonders wichtig ist mir aber, dass die momentane Planung berücksichtigt, das Hubertusbad in Zukunft auch für die Berliner zu öffnen“.

Stufenweise Öffnung

„In der ersten Stufen soll nun eine sogenannte Aktivierungsnutzung ermöglicht werden. Demnach sollen Teilbereiche des Foyers dauerhaft geöffnet werden“, erklärt BIM-Sprecherin Johanna Steinke. Später sollen dann Hallen als Fläche für Ausstellungen und Events zur Verfügung stehen. Die ersten erforderlichen Baumaßnahmen dafür werden einen „höheren sechsstelligen“ Betrag kosten. Dafür werden alle Außenfassaden eingerüstet, die Dachentwässerung provisorisch wiederhergestellt, los Putzflächen und Fassadenelemente entfernt-bzw. Gesichert und die Empore zum Haupteingang wider nutzbar gemacht. „Für den Innenbereich muss ein Brandschutzkonzept erstellt und umgesetzt werden und die Barrierefreiheit gewährleistet sein“, sagt Steinke, die die Öffnung der Räume für erste Veranstaltungen zum Jahr 2019 plant.

Text: red, Bild: Johanna Steinke

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