S-Bahn mit Hindernissen

Fahrstuhltechnik und Blindenleitsysteme fehlen noch an einigen Bahnhöfen im Bezirk

Auch fast 100 Jahre nach der Einführung der Berliner S-Bahn sind noch nicht alle Bahnhöfe im 330 Kilometer langen Streckennetz wirklich für jeden Berliner Fahrgast nutzbar. Ausgerechnet in der Heimstatt der Berliner S-Bahn, hier im Bezirk Treptow-Köpenick, gibt es noch immer einige Stationen, die für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer aber auch Mütter mit Kinderwagen nur sehr schwer zu erreichen sind. Auf den Bahnhöfen Oberspree, Grünbergallee und Spindlersfeld gibt es neben den Treppenzugängen nur Rampen, über die es möglich ist, den Kinderwagen, den Rollstuhl oder den Rollator problemlos rollen zu lassen und die S-Bahnhöfe Hirschgarten und Wilhelmshagen verfügen noch nicht einmal über Rampen, über die die Fahrgäste vom und zum Bahnsteig gelangen können.

Rampen sollen ausreichen

Auf den Stationen mit bereits installierten Rampen wird es auch in absehbarer Zeit keine Nachrüstung mit Aufzügen geben. „Sollten hier zusätzliche Aufzüge gewollt sein, müssten diese seitens des Berliner Senates bestellt und finanziert werden“, lautet dazu die Haltung der Berliner S-Bahn, die sie als Antwort auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronnerburg (Die Linke) Mitte Mai formulierten.

In der Planung

Ganz aktuell bessert die S-Bahn immerhin auf der Station Wilhelmshagen nach. Hier sollen Ende des Jahres Aufzüge dafür sorgen, dass wirklich jeder problemlos den S-Bahnsteig erreicht. An der Station Hirschgarten wird die Installation eines Lifts hingegen noch mindestens vier Jahre dauern, heißt es in der Senatsantwort. Für Ende 2022 will die S-Bahn dort die Fahrstühle bereitstellen.

Mit Markierungen

Immerhin in Sachen Blindenleitsystem sind die Bahnhöfe im Bezirk fast komplett auf aktuellem Stand. Allein der Bahnhof Schöneweide ist in Treptow-Köpenick noch nicht mit tastbarer Blindenschrift an den Handlaufleisten ausgestattet. Mit der Sanierung des Bahnhofs, die in diesem Jahr begonnen wird und bis zum Jahr 2021 abgeschlossen sein soll, wird auch dieses Manko behoben werden. Mit der Einführung dieser Technik wird die S-Bahn an Bahnhöfen auf dem gesamten Berliner Streckennetz beschäftigt sein.

Überraschende Kandidaten

Unter den Stationen, die derzeit über kein Blindenleitsystem verfügen, befinden sich auch durchaus prominente und viel frequentierte Bahnhöfe. Die Stationen „Ahrensfelde, Alt Reinickendorf, Anhalter Bahnhof und Karlshorst sollen bis Ende 2019 und die Bahnhöfe Kaulsdorf und Lichtenberg bis zum Jahr 2021 mit Blindenleistsystem ausgestattet werden. Für die Stationen Wannsee, Buckower Chaussee, Eichborndamm, Hohenschönhausen, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik und Lichtenrade dauert die Umrüstung voraussichtlich sogar noch sieben Jahre.

Allein für die Bahnhöfe Heinersdorf, Warschauer Straße und Yorckstraße soll diese Technik bereits in diesem Jahr installiert werden, heißt es im Senatsschreiben.

 

Text: Stefan Bartylla, Bild: Imago/ Jürgen Hanel

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