Staugefahr: Bauarbeiten auf der Rudolf-Wissell-Brücke

Fahrbahn wird in Richtung Süden erneuert / Brücken-Neubau ab 2022 geplant

Ab dem kommenden Sonntagabend wird die Rudolf-Wissell-Brücke zur Staufalle. In der Nacht vom 8. zum 9. Juli beginnen die Vorbereitungen für Bauarbeiten auf dem maroden Bauwerk. Nach zwei nächtlichen Sperrungen zur Einrichtung der veränderten Verkehrsführung stehen während der Bauphase in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei Fahrspuren zur Verfügung. Die erste Sperrung betrifft die Fahrtrichtung Nord in der Nacht vom 8. auf den 9. Juli zwischen 18 und 5 Uhr, außerdem wird die Rudolf-Wissell-Brücke in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli zwischen 22 und 5 Uhr voll gesperrt. Das teilt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit.

Mehr Verkehrssicherheit

Auf der Rudolf-Wissell-Brücke wird in diesem Jahr die Fahrbahn in Fahrtrichtung Süd saniert. Lastwagen über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, die aus Richtung Wedding kommen, dürfen nicht direkt auf die A 100 fahren. Sie werden von der Beusselstraße zur Anschlussstelle Saatwinkler Damm geführt und können erst dort auf die Autobahn auffahren. Auf der A 100 werden kurz vor dem Jakob-Kaiser-Platz Höhenkontrollen (Durchfahrtshöhe begrenzt auf 3,10 Meter) eingerichtet, die Lastwagen, die fälschlicherweise doch auf die A 100 aufgefahren sind, zusätzlich warnen. In Fahrtrichtung Nord gibt es für Lastwagen keine Einschränkungen.Eine Woche nach dem Ende der Sommerferien sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Mit der Fahrbahnsanierung soll die Verkehrssicherheit der Rudolf-Wissell-Brücke erhöht werden, bis sie durch einen Neubau ersetzt wird.

Wie im vergangenen Jahr, als die 1961 fertiggestellte Brücke in Fahrtrichtung Nord saniert wurde, kommt das HANV-Verfahren zum Einsatz, das die Bauzeit deutlich verringere, so die Senatsverwaltung. Dabei wird die Fahrbahn nicht auf herkömmliche Art abgedichtet, sondern mit einer grobporigen Asphaltschicht überzogen, die anschließend mit speziellem Kunststoff verfüllt wird. „Wie stark die Fahrbahn in Fahrtrichtung Süd tatsächlich geschädigt ist, lässt sich erst sagen, wenn der alte Belag abgefräst wurde. Vom Schädigungsgrad hängt maßgeblich ab, wie schnell wir mit der Sanierung vorankommen“, sagt DEGES-Projektleiter Wolfgang Pilz. Geplant ist, die Baumaßnahme bis zum 24. August, eine Woche nach dem Ende der Berliner Sommerferien, abzuschließen.Mit 932 Metern ist die Querung der Spreeaue und zweier Bahnstrecken die längste Einzelbrücke im Stadtgebiet. Dieser Bereich der A 100 gilt als drittmeistbefahrener Autobahnabschnitt Deutschlands.

Planungen vertieft

Die Kosten für die Fahrbahnsanierung in den Bauphasen 2017/18 werden auf  rund sieben Millionen Euro geschätzt, die vom Bundesverkehrsministerium aufgewendet werden. Für den geplanten Ersatzneubau hat die DEGES im Mai die Weichen gestellt. In einem Ideenwettbewerb hat sich das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner (LAP) durchgesetzt, das die Planungen für den Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke umsetzen soll. Diese Arbeiten beginnen laut Senatsverwaltung nicht vor dem Jahr 2022. Aktuell werden die Planungen für den Siegerentwurf des Wettbewerbs vertieft, später werden eine Umweltverträglichkeitsprüfung und danach ein Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts durchgeführt.

Stand: 3. Juli 2018. Text: Redaktion. Bild: imago/Jürgen Ritter

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