Anschwimmen in der Spree

Vierter Flussbad-Pokal lockt 500 Schwimmer und viele Zuschauer.

Viele Zuschauer waren gekommen, um den Mutigen, die sich bei Sonnenschein und knapp 20 Grad in die Spree wagten, zuzuschauen. Darunter auch eine einsame Ente, die sich scheinbar nicht ganz erklären konnte, wer da gerade an ihr vorbeizog. Rund 150 Schwimmer gingen beim vierten Flussbad-Pokal am vergangenen Sonntag an den Start und testeten schon einmal das Wasser der Spree an der Museumsinsel. Der Hintergrund der Sommeraktion: Seit Jahren kämpfen die Initiatoren für ein 800 Meter langes Flussbecken, das das Baden in der Spree endlich wieder möglich machen soll. Auch, wenn das Wasser von oben betrachtet nicht sehr einladend aussieht, bestätigt eine erst wenige Tage vor dem Schwimmen entnommene Probe die „ausgezeichnete Wasserqualität“. Von der wollten sich nach dem offiziellen Pokal auch noch 400 weitere Freizeit-Schwimmer überzeugen. Somit lockte die Aktion in diesem Jahr rund 550 Badende an.

Großes Interesse

Jan Edler, Vorstand von Flussbad Berlin: „Damit hat sich im Vergleich zum Flussbad-Pokal 2016 die Anzahl der Teilnehmer mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung unterstreicht den wachsenden Rückhalt der Bevölkerung für das aus zivilgesellschaftlichem Engagement erwachsene Stadtentwicklungsprojekt und dessen Ziel, zunächst den Spreekanal und dann die gesamte innerstädtische Spree als natürliche und gemeinschaftliche Ressource für Mensch und Natur zurückzugewinnen. Der Grundstein für die Realisierung des Projektes ist damit gelegt, es ist keine Frage mehr, ob das Projekt kommt, sondern wann.“ Ziel des Projekts ist es, den seit 100 Jahren ungenutzten Spreekanal auf einem Abschnitt zwischen Museumsinsel und Lustgarten zu reaktivieren und Schwimmen inmitten Berlins wieder möglich zu machen. Um das Spreewasser zu reinigen, werden ökologische Pflanzenfilter eingesetzt. Um auf das Projekt „Flussbad“ aufmerksam zu machen, finden neben dem jährlichen Fluss-Schwimmen auch weitere Informationsveranstaltungen, Netzwerktreffen und Diskussionsrunden statt.

Wasserqualität getestet

Schirmherrin des Pokals war in diesem Jahr Senatorin Katrin Lompscher, die auch den Startschuss für die Schwimmer gab. Sie unterstützt die Idee, nach der unter anderem Freitreppen am Lustgarten und am Humboldt Forum angebracht werden sollen. Ginge es nach dem Verein „Flussbad Berlin“ würde es sich um ein kostenloses Angebot handeln. Ob sich das wirklich realisieren lässt, steht aber noch nicht fest. Die hohe Teilnehmer- und Zuschauerzahl zeigt aber, wie groß das Interesse an einem Flussbad mitten in der historischen Mitte ist. Bis das tägliche Schwimmen im Spreekanal möglich sein wird, dürfte es aber noch einige Jahre dauern. Wer mehr über das Projekt und die nächsten Veranstaltungen des Vereins erfahren möchte, findet alle Informationen online.

Für Kinder

Auch für Kinder haben die Organisatoren ein buntes Programm zu bieten. Am 13. und am 14. Juli beginnt das Ferienangebot mit Workshops zum Thema Wasser in der Floating University und im Flussbad-Garten in der Sperlingsgasse 1. Auf dem Forschungsschiff des Flussbad Berlin e.V. untersuchen die Teilnehmer die Wasserqualität und sammeln Ideen für die Zukunft der Spree. Anschließend experimentieren sie mit selbst gebauten Wasserfiltern aus Sand, Kies und Pflanzenkohle. Die Workshops richten sich an Kinder im Alter von 10 bis 12 Jahren. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos. Um eine Anmeldung wird vorab gebeten.

Datum: 4. Juli, Text: Katja Reichgardt, Bild: Annette Hauschild_OSTKREUZ-7399

WEITERSAGEN