Schwimmpaten helfen Kindern

Unterstützer können Kosten für Ferienkurse übernehmen.

Schwimmen ist der Inbegriff von Freiheit. Findet zumindest der Schauspieler und Sänger Christoph Marti, für den es ein Unding ist, dass es so viele Kinder gibt, die nicht schwimmen können und deren Eltern die nötigen Kurse nicht bezahlen können. Deshalb rührt er jetzt als Schwimmpate für die Berliner Ferienschwimmschule die Werbetrommel und hofft, dass möglichst viele Menschen dabei helfen, Berliner Kindern die Teilnahme an solchen Angeboten zu ermöglichen.

Unterstützer-Netz

Dass die Berliner Bäderbetriebe in den Ferien Kurse anbieten, in denen Kinder das Schwimmen lernen oder ihre Fähigkeiten verbessern können, ist nicht neu. Die Angebote umfassen je 15 Unterrichtseinheiten und führen bei den Einsteigern bis zum Seepferdchen oder bei denen, die sich sicherer im Wasser bewegen, bis zum Bronze-Schwimmabzeichen. So können sie sich auf den schulischen Schwimmunterricht vorbereiten. Besonders ist aber vor allem das Paten-System, mit dem finanziell schwachen Familien ermöglicht wird, ihre Kinder an diesen Ferienkursen teilnehmen zu lassen. Zunächst gibt es die Möglichkeit, den Kurs über das Bildungs- und Teilhabepaket zu bezahlen. Ist das bereits ausgeschöpft, dann springen die Paten ein: Privatpersonen, Vereine oder Firmen, welche die Kurs-Kosten für diese Kinder übernehmen.

Christoph Marti – auch unter dem Künstlernamen Ursli Pfister bekannt – ist einer dieser Einzelpaten und hofft auf jede Menge Nachahmer. Ihm selbst steckt das Schwimmen sozusagen schon in den Genen: Er ist in Bern geboren, und dort gehört das Schwimmen in der Aare zu den wichtigsten Freizeitaktivitäten. „Das hat im Sommer richtigen Volksfestcharakter“, erklärt Marti, der selbst von seinem Vater das Schwimmen gelernt hat, bei seinem Besuch im Stadtbad Schöneberg.

Sportlich entspannt

Zum Start des Schwimmpaten-Programms gibt es bereits etwa 400 Patenschaften – aber es gäbe Raum für mehr, bis zu 1.500 Plätze stehen zur Verfügung. Ohne einige größere Unterstützer würde es für das Angebot schwierig werden, sagen die Bäderbetriebe. Die gibt es durchaus, einige wollen nicht genannt werden. Andere schon. Wie die Krankenkasse BKK-VBU, die aber durchaus auch einen positiven Effekt abseits des Schwimmens sieht. Viele Kinder hätten heutzutage häufig Kopfschmerzen durch zu viel Stress, zu wenig Schlaf und zu wenig Bewegung, so Regionalleiter Christian Komp. Schwimmkurse würden auch Entspannung in den Alltag bringen. Die Schwimmkurse starten in zwei Etappen.

Die erste beginnt am 9. Juli und dauert drei Wochen. Die zweite beginnt dann am 30. Juli und läuft bis Ferienende. Die Kurse gibt es an 17 Standorten im Stadtgebiet. Für Selbstzahler kosten sie 105 Euro inklusive Badeeintritt. Wer Pate werden und diesen Betrag für ein Kind übernehmen möchte, kann sich bei den Bäderbetrieben über ein Online-Formular bewerben. Wer sich die Teilnahme nicht leisten und Unterstützung durch einen Paten bekommen kann, wählt der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst aus. Eltern werden gebeten, ihre Ansprechpartner im Bezirksamt zu kontaktieren.

In folgenden Bädern finden die Kurse statt:

  • Kleine Schwimmhalle Wuhlheide
  • Kinder-Sommerbad Monbijou
  • Kombibad Mariendorf
  • Kombibad Spandau Süd
  • Schwimmhalle Ernst-Thälmann-Park (Prenzlauer Berg)
  • Schwimmhalle Holzmarktstraße (Friedrichshain)
  • Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz (Marzahn)
  • Schwimmhalle Paracelsus-Bad
  • Sommerbad Humboldhain (Gesundbrunnen)
  • Sommerbad Staaken
  • Sommerbad am Insulaner
  • Sommerbad Neukölln
  • Sommerbad Olympiastadion
  • Sommerbad Wilmersdorf
  • Stadtbad Schöneberg
  • Stadtbad Tiergarten (Moabit)
  • Wellenbad am Spreewaldplatz (Kreuzberg)

 

Das sind die Ansprechpartner in den Bezirksämtern:

  • Spandau: g.namaschk@ba-spandau.berlin.de
  • Steglitz-Zehlendorf: kerstin.neumeier@ba-sz.berlin.de; bianca.schmidt@ba-sz.berlin.de
  • Tempelhof-Schöneberg: Kanter@ba-ts.berlin.de
  • Neukölln: Julia.Schmitz@bezirksamt-neukoelln.de
  • Charlottenburg/Wilmersdorf: kerstin.gaertner@charlottenburg-wilmersdorf.de
  • Pankow: marion.lieberenz@ba-pankow.berlin.de
  • Kreuzberg-Friedrichshain: tanja.mueller@ba-fk.berlin.de
  • Marzahn-Hellersdorf: Ricard.Maettig@ba-mh.berlin.de
  • Reinickendorf: kindergesundheit@reinickendorf.berlin.de
  • Lichtenberg: linda.leepin@Lichtenberg.berlin.de
  • Treptow-Köpenick: gaby.bartonek@ba-tk.berlin.de

 

Datum: 7. Juli 2018, Text und Bild: Oliver Schlappat 

WEITERSAGEN